Keine Weiterbildung mehr in Herisau

Die Mitteilung, dass es nach Ende März 2016 am BBZ Herisau keine Weiterbildung mehr geben soll, hat uns sehr überrascht. Uns und etwa 500 weiteren Kursteilnehmern wird «der Stecker gezogen». Zudem werden 20 Arbeitsplätze von engagierten Kursleitern sowie jener einer Teilzeitsekretärin gestrichen.

Merken
Drucken
Teilen

Die Mitteilung, dass es nach Ende März 2016 am BBZ Herisau keine Weiterbildung mehr geben soll, hat uns sehr überrascht. Uns und etwa 500 weiteren Kursteilnehmern wird «der Stecker gezogen». Zudem werden 20 Arbeitsplätze von engagierten Kursleitern sowie jener einer Teilzeitsekretärin gestrichen. Wir sind der Meinung, dass das Ende der Weiterbildung im BBZ Herisau zum jetzigen Zeitpunkt falsch, ja sogar kontraproduktiv ist. 1. Im Regierungsprogramm 2016–2019 ist die Herausforderung formuliert, dass der Regierungsrat gefordert sei, «Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich Jung und Alt für Appenzell A. Rh. als Arbeits- und Wohnort entscheiden». Unsere Sicht: Weiterbildungsmöglichkeiten gehören zu diesen Rahmenbedingungen. 2. Gemäss Medienmitteilung befindet sich der Kantonshaushalt wieder im Gleichgewicht und der Voranschlag für den Staatshaushalt 2016 weist einen Ertragsüberschuss von 10,9 Mio. Franken aus. Unsere Sicht: Weshalb soll der Aufwand für die Weiterbildung ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt gestrichen werden? 3. Lebenslanges Lernen und Weiterbildung geniessen allgemein einen hohen Stellenwert. Auch wenn es in der Standortwerbung darum geht, einen Arbeits- und Wohnort als fortschrittlich und attraktiv anzupreisen, taucht der Begriff «differenzierte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten» auf. So auch in Herisau. Unsere Sicht: Mit der Schliessung der Weiterbildungsabteilung in Herisau wären die Weiterbildungswilligen gezwungen, Kurse zum Beispiel in St. Gallen zu besuchen. Ein attraktives Weiterbildungsangebot gehört zwingend zur Infrastruktur der Zentrumsgemeinde Herisau. Wir fordern die Entscheidungsträger dringend dazu auf, die Schliessung der Weiterbildungsabteilung am BBZ zu überdenken. Wir sind davon überzeugt, dass man mit der beschlossenen Massnahme in letzter Konsequenz mehr verliert als man zu ersparen hofft. Wir bitten den Kantonsrat, im Interesse der Bevölkerung zu erwirken, dass der Beschluss rückgängig gemacht wird.

Hedy Niederer, Marianne Buchli, Heinz Brocker, Heinz Kürsteiner

9100 Herisau