Keine Verzögerung bei Umfahrung

Zwei Gutachten bedurften aufgrund ihrer Dringlichkeit einer ausserordentlichen Bürgerversammlung: Die Erschliessung der Brauereiwiese in Bütschwil und die Verlegung des Rüdbergbachs in Dietfurt. Beide Projekte können gebaut werden.

Martina Signer
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Rund 100 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger liessen sich an der ausserordentlichen Bürgerversammlung über zwei Projekte informieren. Beide Geschäfte wurden mit wenigen Gegenstimmen verabschiedet. (Bild: Martina Signer)

Rund 100 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger liessen sich an der ausserordentlichen Bürgerversammlung über zwei Projekte informieren. Beide Geschäfte wurden mit wenigen Gegenstimmen verabschiedet. (Bild: Martina Signer)

BÜTSCHWIL. Der Bau der Umfahrungsstrasse in Bütschwil ist in vollem Gang. Damit keine Verzögerungen entstehen, muss in Dietfurt der Rüdbergbach sobald als möglich verlegt werden. Er würde das Trassee der Umfahrung tangieren. Deshalb musste für dieses Geschäft eine ausserordentliche Bürgerversammlung stattfinden. 103 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger waren der Einladung des Gemeinderats in die Turnhalle Dorf am Dienstag gefolgt. Mehr als offensichtlich erwartet worden waren. Denn die bereitgestellten Stühle reichten nicht aus und es mussten weitere gebracht werden. Weiter wurde über die Erschliessung der Brauereiwiese befunden. Da es bereits an die 30 Bewerber für das daraus entstehende Bauland in der zweigeschossigen Wohnzone W2 gibt, musste auch dieses Geschäft mit Kosten von 1 136 160 Franken raschmöglichst verabschiedet werden.

Sparsamer Umgang mit Bauland

Zum Projekt Erschliessung Brauereiwiese kamen vor allem Fragen nach der Parzellierung auf. Gemeindepräsident Karl Brändle hatte schon betont, dass diese noch nicht definitiv sei, und sich der Gemeinderat nochmals damit auseinandersetzen müsse. «Es ist uns ein grosses Anliegen, mit dem vorhandenen Boden so sparsam wie möglich umzugehen, um der innenverdichteten Bauweise Rechnung zu tragen.» Allerdings wolle man nicht, dass später ein Bewohner gleich im Garten der nächsten Liegenschaft stehe, wenn er nach draussen gehe. Nur 9 von 103 anwesenden Stimmbürgern waren gegen dieses Projekt. So kann im Frühjahr (Februar/März) mit der Erschliessung begonnen werden. Das Projekt Verlegung Rüdbergbach holte sich mehr Gegenstimmen ein, obwohl die Gemeinde von den Gesamtkosten (1,768 Millionen Franken) nur 288 400 Franken zu tragen hat. Die restlichen Kosten werden durch Subventionen von Bund und Kanton, durch Kantonsbeiträge aus Umfahrung und Kantonsstrasse sowie vom Baukonsortium Rüdberg getragen.

Nicht nur einmal in 100 Jahren

Die Hochwassergefahrenkarte zeigt eine erhebliche Gefahr eines Jahrhunderthochwassers im Bereich Rüdbergbach auf. Allerdings wurde von einem Votanten in Frage gestellt, dass der Rüdbergbach überhaupt je Hochwasser führen würde. Ein Anwohner konnte aber dementieren. «Würden die Bewohner nicht immer schleunigst reagieren, wenn viel Regen fällt, wäre Dietfurt in den letzten 20 Jahren schon einige Male überschwemmt worden.» Und schliesslich, so ein weiterer Votant, dürfe auch der ideelle Wert eines offengelegten Baches nicht unterschätzt werden. Wenn man bedenke, wie viele Millionen von Franken die Umfahrung koste, stünden die Kosten für die Renaturierung und Verlegung des Baches in einer vernünftigen Relation. Auch die Verlegung des Rüdbergbachs wurde angenommen und nicht wie von einem Votanten gewünscht «bachab» geschickt. Dieser Votant machte eine von insgesamt 16 Gegenstimmen aus.

Karl Brändle Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil (Bild: pd)

Karl Brändle Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil (Bild: pd)