Keine schrägen Dachfirste

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SchwendeIm Gebiet Rohr in Schwende dürfen definitiv keine Häuser mit geneigten Dachfirsten erstellt werden. Das Bundesgericht hat ein entsprechendes Bauverbot der Baukommission Inneres Land AI bestätigt.

Die ganze Angelegenheit geht drei Jahre zurück. Damals reichte eine Aktiengesellschaft bei der Bauverwaltung Inneres Land ein Baugesuch für die Überbauung einer Parzelle im Gebiet Rohr in Schwende ein. Sie wollte dort acht Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 46 Wohnungen erstellen. Gegen das Bauprojekt gingen zahlreiche Einsprachen ein. Im Januar 2016 hiess die Baukommission Inneres Land verschiedene Einsprachen teilweise gut und wies das Baugesuch ab. Zur Begründung führte die Kommission an, die Dachgestaltung entspreche nicht dem appenzellischen Baustil; störend seien insbesondere die nicht parallel zu den Geschossböden verlaufenden Dachfirste.

Später wies die Standeskommission den gegen den Bauabschlag erhobenen Rekurs der Bauherrin ab. Nicht anders erging es der Aktiengesellschaft auch vor dem Kantonsgericht Appenzell. Kürzlich musste sich auch das Bundesgericht mit dem Streit befassen. Die Aktiengesellschaft argumentierte, bereits im Quartierplan sei verbindlich festgelegt worden, dass die Bauten geneigte Dachfirste aufweisen müssten. Sie verwies in diesem Zusammenhang darauf, im Quartierplan seien für die Häuser trapezförmige Grundrisse vorgeschrieben, welche zwingend geneigte Dachfirste zur Folge haben. Zudem erfülle diese Bauweise die Anforderungen an eine gute Anordnung in die Landschaft und führe zu einer «spannungsvollen Architektur».

Beharren auf ortstypischen Dachformen zulässig

Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen. Entgegen der Auffassung der Aktiengesellschaft sind im Quartierplan zwar trapezförmige Grundrisse und die geneigten Dachfirste angeführt, diese sind für das folgende Baubewilligungsverfahren jedoch nicht verbindlich festgelegt worden. Ob geneigte Dachfirste zulässig sind, ist deshalb erst im Baubewilligungsverfahren abschliessend zu klären. Nicht willkürlich ist es in den Augen der Lausanner Richter auch, dass die kantonalen Behörden an dieser sensiblen Lage am Siedlungsrand von Schwende auf die Verwendung ortstypischer Dachformen – Satteldächer mit horizontalem First – beharren und neuartige, im Kanton nicht gebräuchliche Lösungen ausschliessen. (tzi)