Keine neue Dreifachturnhalle

HEISAU. Die Gemeinde Herisau hat ihr Sportkonzept aktualisiert. Aufgrund der Analyse wird die Petition der IG Sport für eine Dreifachturnhalle vorerst nicht weiterverfolgt. Für zusätzliche Hallenkapazitäten werden andere Lösungen gesucht.

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Die Dreifachturnhalle im Sportzentrum bleibt vorerst die einzige in Herisau. (Bild: cal)

Die Dreifachturnhalle im Sportzentrum bleibt vorerst die einzige in Herisau. (Bild: cal)

In Herisau soll vorerst keine weitere Dreifachturnhalle entstehen. Dies hat der Gemeinderat entschieden. Über die Realisierung des schon länger geforderten Mehrzweckraums auf dem Ebnet soll 2016 entschieden werden. Nach politischen Vorstössen hat die Gemeinde ihre Leistungen im Bereich Sport durch eine Berner Firma analysieren lassen. Die Resultate flossen in die Aktualisierung des Sportkonzepts aus dem Jahr 1998 ein. Dieses stützt die sportpolitischen Ziele auf fünf Säulen: Erstens die Förderung des Nachwuchs- und Breitensports als Teil des Dorflebens. Zweitens die Förderung von Sport und Bewegung für eine gesunde Bevölkerung bis ins Alter. Drittens die Instandhaltung und allenfalls Erweiterung der Sportinfrastruktur. Viertens die Sicherung der Rahmenbedingungen für eine finanziell stabile und sportlich erfolgreiche Entwicklung. Fünftens, als neuer Schwerpunkt, die vermehrte Suche nach regionalen und interkantonalen Kooperationen.

Regionale Lösungen gesucht

Nachdem die Ziele des Sportkonzepts aktualisiert waren, wurde die Sportstättenrichtplanung von 2001 dem neusten Stand angepasst. Zentraler Teil ist die Analyse der Auslastung der Sportstätten, vom Schwingkeller bis zur Dreifachturnhalle. Abgeklärt wurden die allfälligen Nutzungen der vorhandenen Kapazitäten bis 2025. Fazit: Die Herisauer Sportinfrastruktur deckt fast alle aktuellen Bedürfnisse ab und ist gut unterhalten. Einzig die Hallenkapazitäten sind etwas zu knapp. «Nun geht es in einer ersten Phase darum, durch eine Optimierung bei der Organisation Verbesserungen zu erzielen» sagt Gemeindepräsident Renzo Andreani. Dies soll auch mit einer regional engeren Zusammenarbeit erreicht werden. So plant zum Beispiel Gossau den Bau einer zweiten Dreifachturnhalle, dafür hat sich Gossau in die Leichtathletikanlage Ebnet eingemietet. Gleichzeitig liefen Gespräche über die Nutzung der Dreifachturnhalle der Kaserne Neuchlen-Anschwilen, sagt Andreani. «Ob Herisau mittel- bis langfristig weiter in seine Sportinfrastruktur investieren muss, hängt nicht zuletzt vom Ausgang dieses Prozesses ab.» Dabei gelte es auch finanzpolitische Aspekte zu berücksichtigen. Eine zweite Dreifachturnhalle würde ungefähr zehn Millionen Franken kosten.

Enttäuschung beim UHC

Aus diesen Gründen wird mit dem Einverständnis der IG Sport Region Herisau deren Petition für eine Dreifachturnhalle nicht weiterverfolgt. «Der Bedarf dafür ist aber nachgewiesen», sagt IG-Präsident Peter Schmid. Kurzfristig könne sich die Lage durch eine bessere Koordination zwischen den Vereinen entspannen. Eine langfristige Lösung fehlt laut Schmid jedoch. «Für uns ist wichtig, dass die Erkenntnisse aus der Sportstättenrichtplanung weiterverfolgt werden.» Auf der Suche nach zusätzlichen Trainingsmöglichkeiten ist insbesondere der UHC Herisau. Keine Freude am gemeinderätlichen Entscheid hat dessen Präsident Urs Baumer. «Wir sind darüber enttäuscht.» Der Unihockeyclub gehöre zu den Leidtragenden. Bereits heute müsse eine Mannschaft für das Training nach Degersheim ausweichen, sagt Baumer. «Für nächste Saison steigt unser Bedarf nochmals an.» Es sei fraglich, ob die Hallen in den Nachbargemeinden wie gewünscht verfügbar sind. (gk/cal)

Peter Schmid Präsident IG Sport Region Herisau (Bild: apz)

Peter Schmid Präsident IG Sport Region Herisau (Bild: apz)

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