Keine nennenswerten Vorfälle gemeldet

Kaum Äusserungen und überhaupt keine negativen seitens der Bevölkerung: Die Gruppenunterkunft für Asylsuchende in der «Seeben» scheint laut Aussagen von mehreren Votanten kein Thema zu sein. Auch Konflikte blieben bisher aus.

Olivia Hug
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ENNETBÜHL. «Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich sagen, es läuft hervorragend», sagt Godi Bösch, Präsident des Einwohnervereins Ennetbühl. Als Ortsansässiger suche er, der auch Mitglied der Arbeitsgruppe «Asylunterkunft Seeben» ist, das Gespräch mit Einwohnerinnen und Einwohnern. «Die Leute zeigen schon Interesse, aber verglichen mit vor drei Monaten hat sich die Situation sehr beruhigt. Negative Äusserungen habe ich bisher nicht vernommen, auch nicht aus der direkten Nachbarschaft. Die Gruppenunterkunft scheint kein Thema mehr zu sein», so Godi Bösch. Das möge auch daran liegen, dass die Asylsuchenden sich kaum ausserhalb der Unterkunft aufhalten, mutmasst er. «Ich weiss von niemanden, der schon Asylsuchende im Dorf gesehen hat.» Des weiteren lobt er die Betreiber für die Einhaltung der Vereinbarung zur Gruppenunterkunft: «Es ist schön, wie alle Beteiligten Wert darauf legen, dass das Miteinander friedlich verläuft.»

Ähnlich sieht es Nesslau-Krummenaus Gemeindepräsident Kilian Looser: «Auch ich höre grundsätzlich nichts – weder Positives noch Negatives. Aber ich bin bemüht, mich über den Betrieb auf dem Laufenden zu halten.» Er besuche die Gruppenunterkunft regelmässig und habe schon die örtlichen Polizisten auf Patrouille dorthin begleitet. «Aufdrängen will ich mich nicht, aber ich behalte einen Blick darauf», so Kilian Looser. Gerade in der Anfangsphase habe er sich darüber informiert, wie die Führung der Unterkunft vonstatten geht. Zwei Sitzungen hatte die Arbeitsgruppe seit der Eröffnung der Unterkunft in der «Seeben». «Wir sind zufrieden. Aber wir sind auch gespannt, wie es sich in Zukunft verhält.» Von Seiten der Gemeinde könne er ohnehin keinen Einfluss nehmen, ausser «Präsenz markieren» oder dann zur Stelle sein, wenn der Betrieb der Unterkunft sich zum Nachteil der Bevölkerung auswirkt. Mit dem Betrieb der Gruppenunterkunft werden keine Notverteilungen mehr auf die Gemeinde Nesslau-Krummenau gemacht. «Das ist eine Entlastung für das Sozialamt, denn es war nie einfach, Wohnungen für Asylsuchende zu finden», sagt Kilian Looser.

«Es sind keine nennenswerten Vorfälle gemeldet worden», sagt auch Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Er räumt aber ein: «Familien sind natürlich unproblematischer als allein reisende Männer.» Zwei- bis dreimal pro Woche statten Polizisten der Dienststelle Neu St. Johann einen Besuch in der Gruppenunterkunft ab. Die regelmässigen Besuche der Polizei sollen sowohl der Bevölkerung als auch den Bewohnerinnen und Bewohnern zeigen, dass man zum Rechten schaue, so der Mediensprecher.