Keine Einheimischentarife mehr?

Vor 100 Jahren

Drucken
Teilen

Vor 100 Jahren

22. Januar: Wattwil. Das Schlitteln von der Wannenstrasse herunter hat diesen Winter schon mehrere kleinere und grössere Unfälle verursacht. Der letzte passierte einem 13jährigen Italienerknaben, indem er in sausender Fahrt an dem eisernen Gelände der Dorfbachbrücke anprallte und 3 Meter tief in das Bachbett stürzte. Mit gebrochenem Bein wurde der Verunglückte aufgehoben und in das Krankenhaus verbracht.

26. Januar: Dietfurt. Das seit Jahren ausser Betrieb stehende Fabriketablissement der Ausrüsterei Kemptthal ging durch Kauf an Herrn Kägi, früher Direktor der Feinweberei Roos in Ebnat, über. Der neue Besitzer gedenkt die Fabrik für die Mouffeline-Weberei einzurichten und gewinnt dadurch die Ortschaft neue willkommene Verdienstmöglichkeiten.

Vor 50 Jahren

26. Januar: Ebnat-Kappel. Gemäss Gemeinderatsbeschluss wird die Stelle eines Leichenbitters, nachdem der Demissionär Jak. Bühler dieses Amt jahrelang versehen hat, nicht mehr besetzt werden. Falls Publikationen von Todesfällen nicht mehr rechtzeitig in die Lokalpresse eingerückt werden können, sollen sie in den Anschlagkästen beim Gemeindehaus und bei der alten Kanzlei in Kappel bekanntgegeben werden.

Vor 20 Jahren

26. Januar: Toggenburg. Bisher konnten Bewohner der sogenannten Bergregion dank dem Einheimischentarif die öffentlichen Verkehrsmittel wesentlich günstiger benutzen. Der Bund steckte jährlich 150 Mio. Franken in die Verbilligung von Bahn- und Busbillette. Wegen des seit Januar gültigen neuen Bahngesetzes zieht sich der Bund aus der Finanzierung zurück. Der Wattwiler Gemeindammann Hans Monstein legt in diesem Zusammenhang Wert auf die Tatsache, dass formell «noch nichts beschlossen» ist.

25. Januar: Toggenburg. Über 100 000 Franken sind das grossartige Schlussresultat der Spendenaktion für die Kriegsopfer in Bosnien. Rund 30 000 Franken wurden bis jetzt für eine Medikamenten-Lieferung in die zentralbosnische Stadt Zenica verwendet. 12 000 Franken gingen an das Flüchtlingszentrum Nova Mesto, Slowenien.

Vor 10 Jahren

21. Januar: Wattwil. In Würde gefallen: Vor fünf Jahren entstieg dem Heberleinschen Hochkamin letztmals Rauch, nun wurde er durch Sprengung gefällt. Nur wenige Sekunden dauerte es, und er lag in seine Einzelteile zerlegt da. Unter den Augen vieler Schaulustiger wurde mit der Sprengung des Hochkamins ein symbolischer Schlussstrich unter die Ära der Heberlein AG gezogen.

25. Januar. Ganterschwil. In die ehemalige Kleiderfabrik Mayer werden Kunstschaffende einziehen. Die Wattwiler Thomas «Fri» Freydl und Christa Roth sind dabei.

27. Januar: Wattwil. Internationales Chortreffen. Caelicantus ist ein europäisches Chortreffen mit Volksliedern aus den Alpengebieten, aber vor allem ein kulturelles Ereignis, das Traditionen und Sitten, Lieder und Legenden, Harmonien und Melodien und besondere Chorsänger in brüderlicher Freundschaft vereinigt. Die gemeinsame Leidenschaft für Volkslieder bringt alle Chorsänger zu den Wurzeln und den Ursprüngen der Völker zurück, die, jahrhundertelang von unwegsamen und unbekannten Gebieten getrennt, von sinnlosen Grenzkriegen verletzt und entwürdigt, nun durch Friedens- und Kulturgedanken erlöst werden, welche die Alpen übertragen und bezeugen. Die Chorparade entstand 1998 auf die Initiative des Chors «Fiocorosso» aus Monza hin. Nach Österreich, Slowenien und Italien wird der Caelicantus erstmals in der Schweiz, in Wattwil durchgeführt.

Aktuelle Nachrichten