Kein Verständnis für Drohung in Sachen Bauland-Rückzonungen

APPENZELLERLAND. Wird am 3. März die Revision des Raumplanungsgesetzes angenommen, darf noch maximal Bauland für die nächsten 15 Jahre eingezont werden. Was heisst das für Innerrhoden und Ausserrhoden?

Roger Fuchs
Merken
Drucken
Teilen
In Appenzell Innerrhoden schaut man der Revision des Raumplanungsgesetzes gelassen entgegen. (Bild: mab)

In Appenzell Innerrhoden schaut man der Revision des Raumplanungsgesetzes gelassen entgegen. (Bild: mab)

Wenn schweizweit seitens des Gewerbes derzeit gedroht wird, die Revision des Raumplanungsgesetzes hätte viele Bauland-Rückzonungen zur Folge, zeigt Ralph Etter, Leiter des Amts für Raumentwicklung AI, wenig Verständnis dafür. Je nachdem von welcher Baudichte, welchem Flächenbedarf und welchem Bevölkerungswachstum man ausgehe, verändere sich die Zahl der heutigen Baulandreserven. Gemäss Ralph Etter sind Bund und Kantone derzeit erst daran, die entsprechenden Parameter zu definieren. Die Zahlen des Schweizerischen Gewerbeverbandes sind daher nicht haltbar. «Wird in Appenzell Innerrhoden weitergebaut wie bis anhin und geht man vom bisher angenommenen Wachstum von 0,9 Prozent aus, so hat unser Kanton Baulandreserven für die nächsten 11 bis 20 Jahre», so Etter. Die in der Revision des Raumplanungsgesetzes gestellte Forderung, die Bauzonen dürften lediglich dem Bedarf der nächsten 15 Jahre entsprechen, werde damit bereits heute unter Umständen erfüllt. «Für uns besteht in Sachen Rückzonungen kein grosser Handlungsbedarf.»

Gesamtschau teils gefehlt

Persönlich findet es Ralph Etter sinnvoll, dass in Sachen Baulandreserven künftig auf eine engere Steuerung gesetzt wird. In der Vergangenheit sei zu fest auf zufällige Bauland-Angebote reagiert worden. «Man hat gelegentlich dort eingezont, wo dies von einem Grundeigentümer angepriesen wurde», sagt Etter. Eine Gesamtschau hätte teils gefehlt. Die Folge davon sei Bauland, das heute entweder falsch plaziert oder nicht erhältlich sei. «Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes muss künftig die Erhältlichkeit des eingezonten Baulandes gesichert sein, so der Innerrhoder Leiter für Raumentwicklung. «Das finde ich eine gute Sache und es wird beispielsweise im Kanton Graubünden bereits erfolgreich praktiziert.» Wie Ralph Etter weiter sagt, besteht in Ausserrhoden ähnlich wenig Handlungsbedarf wie in Innerrhoden.

Ähnliche Situation in AR

Philipp Ludwig, Departementssekretär des Ausserrhoder Baudepartements, bestätigt diese Aussage. In Ausserrhoden würde man sich schon heute am Baulandbedarf der nächsten 15 Jahre orientieren. Auch Ludwig weist auf die noch offenen Parameter zur Berechnung der definitiven Bauzonen-Reserven hin. Wäre eine Ausserrhoder Gemeinde wirklich von grossen Baulandauszonungen betroffen, hätte sie wohl in den letzten Jahren nicht die einst ins Auge gefasste und gewünschte Entwicklung durchgemacht.