Kein Sieger im Derby

In einem Fussballspiel trennten sich der FC Wattwil Bunt und der FC Ebnat-Kappel 1:1 unentschieden.

Beat Lanzendorfer
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FUSSBALL. In der Meisterschaft trafen die Nachbarn letztmals in der Saison 2009/10 aufeinander. Es war das Jahr, in dem Wattwil Bunt der Aufstieg in die 2. Liga gelang und Ebnat-Kappel noch zu den Spitzenteams der 3. Liga zählte. Gewonnen hat damals beide Partien der spätere Aufsteiger. Im Spiel vom letzten Samstag gingen beide mit einem Handicap ins Rennen. Ebnat-Kappel hatte tags zuvor bereits gegen Niederstetten gespielt und verlor nach einer 3:0-Pausenführung noch 4:5. Dies hat Trainer Jürg Stadelmann derart verärgert, dass er seine Jungs sieben Platzrunden auslaufen liess. Wattwil Bunt seinerseits führte am Samstagabend seinen Team-Event im Peanuts durch, was zwar den Teamspirit verstärkte, was sich aber negativ beim Schlaf bemerkbar machte. Unter diesen Umständen bekamen die Zuschauer keine schlechte Begegnung vorgesetzt.

Adrovic sieht rot

Torhüter Nägeli war von Beginn weg hellwach, denn bereits nach fünf Minuten machte er einen Schuss des Gegners unschädlich. Danach passierte lange nichts mehr in den gefährlichen Zonen. Blatter und Brunner sowie auf der Gegenseite Coppola hatten ihre Abwehrreihen gut im Griff.

Ein Freistoss von Kipfer, den Rohner stark abwehrte, läutete die zweite Phase der ersten Halbzeit ein (27.). Kurz darauf sah Adrovic rot, er hatte sich nach einem Disput mit Schneider zu einer Tätlichkeit hinreissen lassen. Trotzdem ging der Unterklassige FC Ebnat-Kappel sechs Minuten später durch Qalaj in Führung. Anschliessend drückte Wattwil Bunt vehement auf den Ausgleich, Huremovic, Schneider und Kipfer gleich mehrmals sowie Dudli mit einem Weitschuss konnten aber nicht reüssieren.

Marino gelingt Ausgleich

Fünf Minuten vor dem Wechsel prallte Schlussmann Nägeli unglücklich mit einem Gegner zusammen. In der Pause klagte er über Kopfschmerzen, was Trainer De Luca bewog, ihn vom Spielfeld zu nehmen. Weil kein zweiter Goalie vor Ort war, zog sich Gavrilovic das Trikot der Nr. 1 über – er machte seine Sache gut. Die zehn Minuten nach dem Tee gehörten dann Ebnat-Kappel. Qalaj und Stäheli verpassten es, das Skore zu erhöhen. So war es Marino, der nach herrlichem Zuspiel von Kipfer, aus halblinker Position wunderbar ins weite obere Ecke zum 1:1 traf (67.). Vier Minuten danach hatte Dudli die Führung auf dem Fuss, scheiterte vom Elfmeterpunkt aber an Rohner.

Die Schlussphase des Spiels war die stärkste Zeit des Zweitligisten Wattwil Bunt, der vehement den Siegtreffer suchte, aber am eigenen Unvermögen oder an Torhüter Rohner scheiterte. Als dann beim schönsten Angriff des Spiels der Ball via Schneider und Marino bei Yaman landete und dieser das vermeintliche 2:1 markierte, sah der Unparteiische eine Abseitsposition. So blieb es beim insgesamt gerechten Unentschieden, mit dem beide Trainer, nach der erwähnten Vorgeschichte, leben können.

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