Kein Neubau, dafür eine Dusche

Nach jahrelanger Planung begraben Eggersriet und Grub AR die Idee eines gemeinsamen Werkhofs. Dies aus finanziellen und betrieblichen Gründen. In den bestehenden Werkhof sollen dafür neue WCs und eine Dusche kommen.

Corina Tobler
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Das Zweifamilienhaus an der Heidenerstrasse 31 (vorne) wird verkauft. Das Werkhof-Büro zügelt in den Werkhof nebenan, der saniert werden soll. (Bild: Corina Tobler)

Das Zweifamilienhaus an der Heidenerstrasse 31 (vorne) wird verkauft. Das Werkhof-Büro zügelt in den Werkhof nebenan, der saniert werden soll. (Bild: Corina Tobler)

EGGERSRIET/GRUB AR. Die Werkhöfe beider Gemeinden sind sanierungsbedürftig. Diese Tatsache war der Ausgangspunkt für das Projekt eines gemeinsamen Neubaus. 2012 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, im Februar 2013 erkor die Jury ein Projekt des St. Galler Büros Frei & Gmünder zum Sieger. Der Neubau sollte auf Eggersrieter Gemeindegebiet in der Gewerbezone an der Heidenerstrasse entstehen. Dieser hätte aber anders als anfänglich geschätzt drei statt zwei Millionen Franken gekostet.

Zu teuer und zu wenig gefragt

Voraussetzung für den Bau des neuen Werkhofs wäre die Zustimmung der Bürger beider Gemeinden gewesen. Diese Abstimmungen sind nun aber hinfällig. Der Gemeinderat Eggersriet informierte seine Gruber Kollegen an einer Sitzung über seinen Ausstieg aus dem Projekt. Damit der Neubau ausgelastet gewesen wäre, hätten die Technischen Betriebe Eggersriet und Grub SG integriert werden müssen.

«Im Herbst 2013 kam aber von dort die Rückmeldung, dass dafür kein Bedürfnis bestehe. Daraufhin haben wir das Projekt intern sistiert und abgeklärt, wie wir den bestehenden Werkhof sanieren können», sagt der Eggersrieter Gemeindepräsident Roger Hochreutener. Diese Variante ist mit 125 000 Franken deutlich günstiger als der Neubau gewesen wäre, zumal Eggersriet mit zwei Millionen Franken den grösseren Teil hätte zahlen müssen.

Für Grub AR nicht allzu tragisch

«Wir kamen zum Schluss, dass es keinen Sinn macht, für drei Millionen Franken einen nichtausgelasteten Werkhof mit geschätzten Betriebskosten von 200 000 Franken jährlich zu bauen – und damit unser schönes Gewerbegebiet mit einem öffentlichen Gebäude zu verkleinern», fasst Hochreutener zusammen. Für seine Gruber Amtskollegin Erika Streuli kam der Ausstieg wenig überraschend. «Roger Hochreutener kündete schon bei seinem Amtsantritt 2013 an, dass seine Gemeinde finanziell über die Bücher gehen müsse», sagt Streuli. Da der Handlungsbedarf in Grub weniger dringend sei als in Eggersriet, sei das Scheitern des Projekts nicht allzu tragisch. «Vorerst bleibt bei uns alles beim alten. Dass die Situation im ehemaligen Feuerwehrdepot nicht ideal ist, wissen wir. Mittelfristig bemühen wir uns um eine bessere Lösung», sagt Streuli.

Umbau ist keine Notlösung

In Eggersriet steht nun der Umbau des Werkhofs bevor. Seit gestern liegt der Gemeinderatsbeschluss über den Kredit von 125 000 Franken dafür auf. Er untersteht bis zum 2. Januar dem fakultativen Referendum. Der Umbau steht nicht nur im Zusammenhang mit dem gescheiterten Neubau, sondern auch mit dem Liegenschaftshandel, den die Gemeinde kürzlich tätigte. Sie will das Zweifamilienhaus an der Heidenerstrasse 31 für 650 000 Franken verkaufen. Dagegen kann ebenfalls bis zum 2. Januar das fakultative Referendum ergriffen werden. «Das Haus hat für uns keine strategische Bedeutung, weil wir keinen Wohnraum brauchen. Dafür haben wir die Liegenschaft an der St. Gallerstrasse 31 gekauft, die wegen ihrer Lage sehr wichtig ist. Für den Werkhof bedeutet der Verkauf des Nachbarhauses an der Heidenerstrasse 31, dass das Büro von dort ins bestehende Gebäude gezügelt wird», sagt Hochreutener. Sämtliche Räume im Werkhof werden fortan nur noch von der Gemeinde genutzt. Mit dem Umbau erhalten Werkhofangestellte zusätzlich zum Büro einen Aufenthaltsraum, neue WCs und eine Dusche, die bisher fehlte. Zudem wird eine neue Gasheizung installiert.

Bei diesen Arbeiten handle es sich keineswegs um eine Notlösung nach dem Scheitern des Neubaus, sagt Hochreutener: «Diese Massnahmen haben Hand und Fuss. Damit haben wir für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre vorgesorgt und können den Bedürfnissen des Personals Rechnung tragen.»