Kein Katzenjammer bei PU

Andreas Zuberbühler, Präsident der Parteiunabhängigen, reagiert gelassen auf die Sitzverluste im Ausserrhoder Kantonsrat. SVP und FDP zeigen sich mit dem Resultat zufrieden.

Patrik Kobler
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64 der 65 Kantonsratssitze sind wieder besetzt. In Stein ist ein zweiter Wahlgang nötig. (Bild: mab)

64 der 65 Kantonsratssitze sind wieder besetzt. In Stein ist ein zweiter Wahlgang nötig. (Bild: mab)

HERISAU. Fünf Sitze büssten die Parteiunabhängigen am Sonntag bei der Gesamterneuerungswahl des Kantonsrats ein. Trotzdem herrschte gestern bei PU-Präsident Andreas Zuberbühler kein Katzenjammer. «Wir haben mit diesem Resultat gerechnet», sagt er. Denn die Sitze sind neu verteilt worden. Sechs kleine Gemeinden büssten zugunsten von Herisau, Teufen und Heiden je einen Sitz ein – ein Handicap für die PU. Zudem dürfte sich von den 17 gewählten Parteiunabhängigen knapp ein Drittel einer anderen Fraktion anschliessen. Bereits jetzt politisierten etwa Walter Grob (Teufen) und Anna Eugster (Speicher) bei der FDP beziehungsweise bei der CVP/EVP. Zuberbühler will in den nächsten Tagen mit den Neugewählten sprechen. Er betont indes: «Wir sind keine Partei und erheben keinen Machtanspruch.» Die Tradition der Parteiunabhängigen sieht er trotz der Verluste nicht gefährdet. Er verweist auf die Vielzahl der Parteiunabhängigen, die sich in den Gemeinden engagieren. Zudem sei eben erst mit Alfred Stricker ein Parteiunabhängiger in die Regierung gewählt worden. Sowieso: Wer Sieger und Verlierer ist, kümmert Zuberbühler wenig. Entscheidend sei, dass sich die Parlamentarier für das Wohl des Kantons engagierten.

FDP will im Vorderland zulegen

Zufrieden zeigte sich gestern Annette Joos, Fraktionspräsidentin der FDP. In Herisau konnte die Partei nicht zulegen, dafür verbuchte sie in Speicher einen Erfolg. Insgesamt verfügt die FDP über 24 Sitze und ist damit deutlich die grösste Fraktion. Als Herausforderung bezeichnet Joos die Situation im Vorderland, wo die Partei noch nicht richtig Fuss fassen konnte. Die FDP wolle nun mit einem Projekt auch eine Basis im Vorderland schaffen.

SVP möchte weiter zulegen

Wahlsiegerin vom Sonntag ist die SVP. Sie holte 12 Sitze, im zweiten Wahlgang in Stein könnte ein weiterer hinzukommen. Trotzdem glaubt Parteipräsident Edgar Bischof, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Die SVP werde irgendwann ähnlich stark sein wie die FDP, prognostiziert er. Bereits jetzt trägt die SVP deutlich mehr Verantwortung als noch vor einigen Jahren. Zu einem Stilwechsel habe das nicht geführt, sagt Bischof. «Wir äussern immer noch unsere Meinung. Das gehört zur Politik dazu.» Die SVP pflegt seiner Meinung nach einen vernünftigen Stil. «Wir können mit allen nach der Sitzung ein Bier trinken», so Bischof.

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