Kein Herisauer «Grömpeli»

Der FC Herisau organisiert dieses Jahr kein Grümpelturnier. Das Fehlen der Einnahmequelle wird mit einem Sponsorenlauf kompensiert. Wann das 54. «Grömpeli» stattfindet, ist offen.

Mea Mc Ghee
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Walter Thaler Präsident FC Herisau (Bild: mc)

Walter Thaler Präsident FC Herisau (Bild: mc)

HERISAU. 39 Mannschaften massen sich im vergangenen Juni an der 53. Ausgabe des Grümpelturniers des FC Herisau. Weniger als erhofft, wie die Organisatoren rund um Vereinskassier und Spieler der ersten Mannschaft, Dominik Looser, konstatierten.

Wie der FC Herisau seinen rund 300 Mitgliedern in einem Informationsschreiben kürzlich mitteilte, hat der Vorstand entschieden, dieses Jahr kein «Grömpeli» zu organisieren. Stattdessen werde der Verein im Juni am Herisauer Dorffest teilnehmen. Geplant sei ein Publicviewing für Spiele der Fussball-EM, so Walter Thaler, Präsident des FC Herisau.

Bereits 2012 eine Pause

Dominik Looser hat den traditionellen Anlass 2013 mit Teamkollegen erstmals organisiert. Dies, nachdem es 2012 schon einmal kein Herisauer Grümpelturnier gegeben hatte. Damals brachte als Alternative ein Entenrennen dem FC Herisau Geld ein. Eine Einnahmequelle sollte das Grümpelturnier nämlich sein. «Gemessen am Aufwand, war der Ertrag zuletzt aber bescheiden», so Dominik Looser. Rund 100 Vereinsmitglieder seien letztes Jahr als Helfer im Einsatz gewesen. Angefangen beim Aufbau des Festzeltes, über die Durchführung des Firmen- und Beizencups und der Spiele für Fussballer und Kinder bis hin zum Aufräumen, hätten sie viele Stunden Freiwilligenarbeit geleistet.

Terminkollisionen

Am Beizen- und Firmencup vom Freitag hätten 2015 zahlreiche Mannschaften teilgenommen. Gering sei das Interesse vor allem in den Schülerkategorien gewesen, so Looser. Das «Grömpeli» des FC Herisau sei in Konkurrenz gestanden mit gleichzeitig stattfindenden Turnieren anderer Vereine und anderen Anlässen, sehen die Verantwortlichen Gründe für das fehlende Interesse. «Wegen des schlechten Wetters zog das Turnier zudem wenige Zuschauer an, und das Festzelt füllte sich nur spärlich», so Thaler. Er bedauert, dass dieses Jahr kein Turnier ausgetragen wird. «Das Grümpelturnier bot stets die Möglichkeit, mit den Vereinsmitgliedern zusammenzusitzen. Und auch Kontakte mit Vertretern anderer Clubs waren möglich.»

Mitglieder in der Pflicht

Um die nötigen finanziellen Mittel zur Führung des Spielbetriebs mit 16 Mannschaften zu generieren, nimmt der FC Herisau dieses Jahr seine Mitglieder in die Pflicht: «Wir führen am Sonntag, 22. Mai, im Rahmen des Meisterschaftsspiels der ersten Mannschaft gegen den FC Abtwil-Engelburg einen Sponsorenlauf durch», sagt Walter Thaler. Er hofft, dass der Sponsorenlauf Junioren, Aktive, Senioren, Eltern, Gönner und Vorstandsmitglieder näher zusammenrücken lässt und dass die Matchbesucher die Läufer unterstützen. Um dem geselligen Aspekt Rechnung zu tragen, werde am Sponsorenlauf eine Festwirtschaft geführt.

1400 im Festzelt

Rosige Zeiten hat das Herisauer Grümpelturnier auch erlebt: Vor rund 30 Jahren massen sich 150 und mehr Teams. Und das Zelt verwandelte sich in eine Festhütte. «Auftritte des Original Alpenland Quintetts liessen gegen 1400 Gäste auf Tischen und Bänken tanzen», erinnert sich Ueli Fischer, der damals dem Vereinsvorstand angehörte. Das Konsumverhalten und der Musikstil hätten sich halt geändert. Dass das Grümpelturnier nicht mehr gleich ziehe, sei wohl eine Zeiterscheinung.

Doch auch heute gibt es sie noch, die erfolgreichen Plauschturniere. In Appenzell etwa nehmen jeweils rund 1000 Spieler in 200 Teams teil. Ob und wann der FC Herisau sein 54. Grümpelturnier durchführen wird, lassen sowohl Präsident Walter Thaler als auch Dominik Looser offen.

Letztes Jahr rollte der Ball anlässlich des 53. Grümpelturniers des FC Herisau. 2016 verzichtet der Fussballverein auf eine Durchführung. (Bild: apz)

Letztes Jahr rollte der Ball anlässlich des 53. Grümpelturniers des FC Herisau. 2016 verzichtet der Fussballverein auf eine Durchführung. (Bild: apz)

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