Kaum Interesse am Urnäscher Präsidentenamt

URNÄSCH. 16 Jahre war Stefan Frischknecht Gemeindepräsident von Urnäsch. Ende Mai 2014 gibt er sein Amt ab, seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger kann danach übernehmen. Aber: «Das Interesse am Job ist sehr gering», erklärt Stefan Frischknecht.

Bruno Eisenhut
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Die Nachfolgeregelung für Stefan Frischknecht als Gemeindepräsident lässt auf sich warten. (Bild: apz)

Die Nachfolgeregelung für Stefan Frischknecht als Gemeindepräsident lässt auf sich warten. (Bild: apz)

URNÄSCH. 16 Jahre war Stefan Frischknecht Gemeindepräsident von Urnäsch. Ende Mai 2014 gibt er sein Amt ab, seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger kann danach übernehmen. Aber: «Das Interesse am Job ist sehr gering», erklärt Stefan Frischknecht. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind dem scheidenden Präsidenten keine offiziellen Kandidaturen bekannt.

Eine Person klärt ab

Die Suche nach Kandidatinnen oder Kandidaten läuft. Die örtlichen Parteien (FDP und SVP) und die lokalen Verbände (Gewerbe und Landwirtschaft) spannen zusammen. Wie FDP-Präsident Dölf Biasotto bekannt gibt, klärt eine Person eine Kandidatur ab. «Bis Ende Oktober erwarten wir deren Antwort», so Biasotto. Weiter soll per Inserat im Dorfblatt das Amt denjenigen Urnäscherinnen und Urnäscher schmackhaft gemacht werden, die sich der Aufgabe gewachsen fühlen, sich für eine Kandidatur aber nicht in den Vordergrund drängen möchten.

Ungeschützt im Fokus

«Als Gemeindepräsident führt man ein Unternehmen», nennt Stefan Frischknecht einen der Vorzüge des Amtes. Für politisch Interessierte, die zudem etwas für die Gemeinde Urnäsch tun möchten, wäre das Amt spannend, so der scheidende Gemeindepräsident. Frischknecht aber sagt: «Man steht ungeschützt im Fokus der Öffentlichkeit.» Und genau da vermutet das FDP-Mitglied die Ursache für das mangelnde Interesse. Ausgesprochenes Lob bleibe in Urnäsch traditioneller Weise oft aus, Kritik hingegen gelange nicht selten auf Umwegen zum Gemeindepräsidenten. Dies schrecke möglicherweise einige Personen davor ab, sich eine Kandidatur ernsthaft zu überlegen, so Frischknecht. Nachfolge ist auch im verbleibenden Gemeinderat nicht in Sicht. Nach reichlicher Überlegung hat kürzlich mit Schulpräsident Hansruedi Diem auch der letzte potenzielle Nachfolger aus dem Gemeinderat den Verzicht auf eine Kandidatur erklärt.

Zu grosse Fussstapfen?

Wer 16 Jahre eine Gemeinde präsidiert, hinterlässt Fussabdrücke. Dass diese mehr abschreckend denn anziehend wirken, will Stefan Frischknecht nicht bestätigen. «Während meiner Ära konnten einige Projekte realisiert werden, andere gab es aber auch. Es gehört immer auch ein bisschen Glück dazu». Als Beispiel schiebt er die Umsetzung der Holzschnitzelanlage nach. «Diese war schon lange vor meiner Wahl ein Thema. Während meiner Präsidentenzeit war das Thema einfach reif zur Umsetzung.»

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