Kaum einen Tag ohne Applaus

«Der Applaus ist das Brot des Künstlers», lautet ein Zitat des Publizisten Johannes Gross. In meinem Fall trifft dies voll und ganz zu, schliesslich bin ich ein Künstler – zumindest ein Schwarzkünstler war ich mal.

Andy Lehmann
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Bild: Andy Lehmann

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«Der Applaus ist das Brot des Künstlers», lautet ein Zitat des Publizisten Johannes Gross. In meinem Fall trifft dies voll und ganz zu, schliesslich bin ich ein Künstler – zumindest ein Schwarzkünstler war ich mal.

Das hat nichts mit Schwarzmalen oder gar schwarzer Magie zu tun. Nein, nein, denn bei Druckergesellen heisst es im urkundlichen Fähigkeitszeugnis, auch Gautschbrief genannt, unter anderem: «Kraft derselben, gebieten wir allen Kunstgenossen, diesen Jünger Gutenbergs als echten Schwarzkünstler würdig aufzunehmen.» Natürlich gab es diesen Brief erst nach dem unfreiwilligen Bad im Brunnen. Es bedurfte grosser Kunst, wollte man sich mittels Flucht dem Gautschbad entziehen. Ich habe es, wie wohl die meisten andern auch, nicht geschafft. Zurück zu meiner Behauptung, das obengenannte Zitat treffe auf mich zu. Mit Applaus verdiene ich meine Brötchen. Also ich bin nicht angestellt, um andern zu applaudieren und dafür auch noch Geld zu kassieren. Aber seit ich von der Druckerpresse in die Schreibstube gewechselt habe, begleitet mich der Applaus Woche für Woche.

Applaudieren ist ein Zeichen von Freude und genauso geht es mir. Also habe ich wohl den tollsten Job der Welt, denn jeder Tag beginnt und endet mit Applaus. Meine erste Brosmete ist geschrieben. Ob sie Applaus verdient, kann ich nicht beurteilen, und ich werde mich hüten zu behaupten, dass es keine Kunst war, diese zu Papier zu bringen.