Katholisch, männlich, ledig

Der Auftrag der Päpstlichen Schweizergarde – gegründet im Jahr 1506 – ist, die Sicherheit des Papstes, seiner Residenz und den Zugängen zur Vatikanstadt zu gewährleisten.

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Der Auftrag der Päpstlichen Schweizergarde – gegründet im Jahr 1506 – ist, die Sicherheit des Papstes, seiner Residenz und den Zugängen zur Vatikanstadt zu gewährleisten. Es sind Sicherheits-, Ordnungs- und Ehrendienste bei kirchlichen Funktionen, feierlichen Empfängen und besonderen Veranstaltungen zu leisten. Garde besteht aus 110 Mann. 1505 fragte Papst Julius II. die Schweizerische Eidgenossenschaft um Schweizer Söldner zum Schutz des Vatikans an, weil sie einen hervorragenden Ruf genossen. So trafen 150 Schweizergardisten am 22. Januar 1506 in Rom ein. Seither gilt dieser Tag noch immer als Gründungstag. Am 6. Mai 1527 wurde Rom geplündert, mehr als drei Viertel der Truppe starben bei der Deckung des Rückzugs von Papst Clemens VII. Seither ist der 6. Mai der Gedenktag der Schweizergarde, jährlich werden an diesem Datum alle neuen Rekruten vereidigt. Der Papst musste sich ergeben, die Schweizer wurden durch 200 deutsche Söldner ersetzt. Erst zehn Jahre später konnte Papst Paul II. die Deutschen wieder durch Schweizer Gardisten ersetzen. Erste kamen 1548 in Rom an, 1552 waren es 200 Mann. Während der Französischen Revolution wurde der Vatikan durch französische Truppen besetzt, die Schweizergarde entwaffnet und entlassen. Papst Pius VI. musste Rom ebenfalls verlassen.

Schweizer Söldner waren im Ausland keine Seltenheit. Von 1748–1767 dienten unter Maria Theresia bis zu 450 Mann in der Hofburg in Wien. Das Schweizertor erinnern an jene Zeit. Der König von Frankreich unterhielt im 19. Jahrhundert die Einheit der Cent-suisses. Grund, weshalb Schweizer Söldner ins Ausland gingen, war oft Armut. Die Rekruten der Schweizergarde haben eine Reihe von Aufnahmebedingungen zu erfüllen: Sie müssen katholische, männliche, ledige Schweizer und zwischen 19 und 30 Jahre alt sein sowie eine Mindestgrösse von 1,74 Meter haben. Zudem müssen die Männer sportlich sein. Weiter müssen sie einen einwandfreien Leumund besitzen, einen Mittel- oder Berufsschulabschluss vorweisen und die Rekrutenschule absolviert haben.

Zwei Drittel der Garde werden täglich für die Wache eingesetzt. Der Dienst umfasst daneben Unterricht, Marsch- und Schiessübungen. Es wird an sechs Tagen gearbeitet, dann sind drei Tage frei. Freizeitbeschäftigungen im Gardequartier sind Fussball, Tischtennis und Selbstverteidigungskurse. Es gibt Computer- und Englischkurse, in der Stadt können weitere Kurse und Vorlesungen auf den verschiedensten Gebieten besucht werden. Im ersten Dienstjahr ist der Italienisch-Unterricht obligatorisch. (pd)