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Kantonsratskandidat Urs Freund aus Bühler: Er will die Verbindung zwischen Kantonsrat und Gemeinderat werden

Urs Freund will für Bühler in den Kantonsrat. Im Falle einer Wahl wäre er der einzige praktizierende Landwirt im gesamten Parlament. Die SVP Ortspartei unterstützt seine Kandidatur.

Astrid Zysset
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Urs Freund betreibt auf seinem Hof in Bühler Milchwirtschaft.

Urs Freund betreibt auf seinem Hof in Bühler Milchwirtschaft.

Bild: Astrid Zysset

Urs Freund ist in Bühler kein Unbekannter. Sein Landwirtschaftsbetrieb, den er einst von seinen Eltern übernahm, steht im Herzen der Mittelländer Gemeinde. Der 46-Jährige ist Anlagenwart beim Wärmeverbund, Volksmusiker und seit 2016 steht er im Gemeinderat der Hochbau-, der Friedhofs- wie auch der Betriebskommission für öffentliche Anlagen und Gebäude vor. Nun reizt ihn die Politik auf kantonaler Ebene: Urs Freund will im Ausserrhoder Kantonsrat die Nachfolge von Gilgian Leuzinger antreten. Die Wahl findet am 11. April statt.

Für Freund bietet der Sitz im Kantonsrat einen entscheidenden Vorteil: «Es ist wichtig, eine direkte Verbindung zwischen Gemeinderat und Kantonsrat zu haben. Vielfach wird in Herisau etwas entschieden, was in der Umsetzung in den Gemeinden Schwierigkeiten birgt.» Als Kantonsrat könne er frühzeitig Einfluss auf die Entscheidungsfindung nehmen und auf der anderen Seite dem Gemeinderat die Hintergründe, die zu den Beschlüssen auf kantonaler Ebene geführt haben, näherbringen.

Konsensfähig, aber mit dickem Fell

Urs Freund beschreibt sich selbst als konsensorientiert. «Mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, hat noch nie etwas gebracht», sagt er lächelnd. Es gelte, alle Meinungen anzuhören, zu hinterfragen, und im Bedarfsfall die eigene zu revidieren. Wer jetzt aber glaubt, Urs Freund möchte einfach mit dem Strom schwimmen, der irrt. «Ich habe ein dickes Fell», sagt er. «Zu Hause kann ich gut abschalten und allfällige Diskrepanzen hinter mir lassen.» Seine Frau und die vier Kinder geben ihm Halt. Sie sind es auch, welche auf dem Hof in die Bresche springen, sollte es zeitlich eng werden. Denn neben der Landwirtschaft und der Politik arbeitet Freund auch regelmässig als Maurer.

Für die Politik auf Kantonsebene interessiert er sich schon lange. Grösste Herausforderung in naher Zukunft seien die Finanzen, ist Freund überzeugt. Die monetäre Situation verschlechtere sich. Das müsse im Auge behalten werden. Weiter dürfe der «Anschluss an die Welt nicht verpasst werden», wie es der 46-Jährige umschreibt. Gemeint sind damit attraktive Verkehrsverbindungen ebenso wie geeignete Rahmenbedingungen für Industrie und Gewerbe. Und wie steht er zu allfälligen Gemeindefusionen? «Da bin ich eher kritisch – solange sie nicht von der Basis selbst initiiert werden.»

Konkurrenzkampf ist gross

Um den frei werdenden Kantonsratssitz Leuzingers bewerben sich gleich noch drei weitere Kandidaten. Urs Freund schmunzelt: «Ich hatte mit einem Gegenspieler gerechnet. Aber gleich drei?» Und nach einer kurzen Pause fügt er an: «Eigentlich spielt es ja aber keine Rolle, wie viele es sind.» In seinen Augen bringt er ideale Voraussetzungen für das Amt mit. Er verfügt über politische Erfahrung, ist in Bühler verwurzelt – und praktizierender Landwirt. Im Falle einer Wahl wäre er der einzige im gesamten Kantonsrat. «Besonders für den Tourismus ist eine funktionierende Landwirtschaft von grosser Bedeutung. Jemanden im Parlament zu haben, der aus erster Hand weiss, welche Auswirkungen die Agrarinitiativen oder die Direktzahlungsverordnungen auf die Bauernbetriebe haben, erachte ich als sehr wichtig.»