Kantonsrat entscheidet über die Unterstützung der Landwirtschaft

AUSSERRHODEN. Wenn die Schweizer Landwirte gewisse Anforderungen erfüllen, kommen sie in den Genuss von Bundesgeldern. Der Bund unterstützt die Bauern mit Beiträgen und Investitionskrediten. Die finanziellen Mittel für Investitionskredite stellt der Bund den Kantonen zur Verfügung.

Bruno Eisenhut
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Mit dem Förderkonzept soll auch Ausserrhodens Agrotourismus unterstützt werden. Schlafen im Stroh zählt zum Angebot. (Bild: Urs Bosshard)

Mit dem Förderkonzept soll auch Ausserrhodens Agrotourismus unterstützt werden. Schlafen im Stroh zählt zum Angebot. (Bild: Urs Bosshard)

AUSSERRHODEN. Wenn die Schweizer Landwirte gewisse Anforderungen erfüllen, kommen sie in den Genuss von Bundesgeldern. Der Bund unterstützt die Bauern mit Beiträgen und Investitionskrediten. Die finanziellen Mittel für Investitionskredite stellt der Bund den Kantonen zur Verfügung. Diese gewähren den Landwirten das Geld als zinslose Darlehen, die innert längstens 20 Jahren zurückzuzahlen sind.

Appenzell Ausserrhoden unterstützt zudem, gesetzlich verankert, weitere Strukturverbesserungen für die hiesigen Landwirte. So verfügt der Kanton nebst der landwirtschaftlichen Kreditkasse, aus der die zinslosen Darlehen des Bundes für Investitionskrediten fliessen, über einen Agrarfonds. Aus diesem können zinslose oder zinsverbilligte Darlehen gesprochen werden, für welche der Bund keine Mittel zur Verfügung stellt.

Als Grundlage dient das «Förderungskonzept für die kantonalen Strukturverbesserungen in der Landwirtschaft». Dieses läuft jeweils über fünf Jahre. Der Kantonsrat entscheidet am kommenden Montag über die Periode 2015 bis 2019.

Schleppschlauch passé

Für den parteiunabhängigen Kantonsrat und Landwirt Alfred Stricker (Stein) ist das bevorstehende Geschäft eine Feinjustierung. Ein grosser Teil des Inhalts bleibt unverändert. Dennoch werden beispielsweise A-fonds-perdu-Beiträge für Massnahmen zur Verminderung der Ammoniakemissionen (z. B. Schleppschlauchanlagen) aus dem bisherigen Konzept gestrichen. An deren Stelle werden mit dem Förderungskonzept 2015 bis 2019 Massnahmen für Umweltschutz und Biodiversität unterstützt.

Auch zielt das Konzept auf die Förderung von agrotouristischen Angeboten ab. In diesem Geschäftsfeld bestehe eine beträchtliche Nachfrage seitens des Tourismus, schreibt der Regierungsrat in der Botschaft zum Geschäft. Für einzelne Höfe biete sich die Chance, die Wertschöpfung auf den Betrieben zu erhöhen. Von den Angeboten werde der gesamte Tourismus und das regionale Gewerbe profitieren, so die Regierung weiter. Monika Bodenmann, Kantonsrätin und Verwaltungsratspräsidentin Appenzellerland Tourismus AG (Atag) begrüsst die neue Ausrichtung im Förderkonzept. Mehr noch: «Für den Tourismus in Appenzell Ausserrhoden sind die Angebote im Bereich Agrotourismus eine gute Ergänzung zum Tourismusangebot.» Wenn ein Gast wegen des Agrotourismus hierher komme, könnten alle davon profitieren.

Bestehende Leitsätze als Basis

Kantonsrat Alfred Stricker prognostiziert in der nächsten Kantonsratssitzung kaum Widerstand seitens der Parlamentarier gegen das Förderungskonzept 2015–2019. Schliesslich basiere dieses auf den existierenden Leitsätzen zur Agrarpolitik in Appenzell Ausserrhoden. Und genau diese bezeichnet Stricker als eine passende Basis für die Landwirtschaft im Appenzellerland. In sieben Punkten heisst es in den Leitsätzen unter anderem, dass die typisch appenzellische Kulturlandschaft erhalten und gepflegt werden soll, oder dass die Landwirtschaft unter intakten sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen existieren können soll.

Einer der Leitsätze besagt, dass die staatlichen Mittel effizient eingesetzt werden. Der Regierungsrat schreibt dann auch in seinem Bericht zum Geschäft, dass das Hauptgewicht der finanziellen landwirtschaftlichen Unterstützung bei Vorhaben liegt, die mit Bundeshilfe realisiert werden. Die kantonalen Instrumente sollen es dem Kanton ermöglichen, gezielt auf Entwicklungen in der Landwirtschaft zu reagieren.

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