KANTONSGERICHT APPENZELL AUSSERRHODEN
Urteil im Ausserrhoder Babyschüttel-Prozess: Beschuldigter wird zu 7,5 Jahren Haft verurteilt

Ein 34-jähriger Mann musste sich vergangene Woche vor dem Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, seinen zwei Monate alten Sohn geschüttelt und misshandelt zu haben. Das Gericht sprach den Mann nun schuldig.

Astrid Zysset
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Das Gericht sah die Schuld des Mannes als erwiesen an. Das Kleinkind lebt heute in einer Pflegefamilie.

Das Gericht sah die Schuld des Mannes als erwiesen an. Das Kleinkind lebt heute in einer Pflegefamilie.

Bild: Arne Dedert / dpa

Im Babyschüttel-Prozess liegt nun das Urteil vor: Der 34-Jährige Vater wird zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden sah es als erwiesen an, dass es der Mann war, welcher den zwei Monate alten Säugling geschüttelt, geschlagen und misshandelt hatte.

Vor Schranken musste sich der Beschuldigte auch wegen des Vorwurfs der Körperverletzung gegenüber seiner Ex-Frau, einem Wirtepaar wie auch gegenüber einem Nachbarn verantworten. Weiter wurden ihm der Konsum von Tierpornographie, Betreibungsdelikte sowie Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Strassenverkehrsgesetz angelastet. Der Mann gab lediglich den Konsum von Betäubungsmitteln wie auch die Betreibungsdelikte vor dem Richter zu. Die Schläge gegen das Wirtepaar und gegen seine Exfrau seien aus Notwehr erfolgt. Die Körperverletzung gegenüber dem Nachbarn, den Konsum der Tierpornografie, die Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz wie auch die Misshandlungen seines Sohnes stritt er ab.

Die Ehefrau und Mutter des Kleinkindes wurde ebenfalls angeklagt. Ihr wurde vorgeworfen, sie habe die Verletzungen ihres Kindes mitzuverantworten, da sie es schutzlos dem Kindsvater überlassen habe, obschon sie gewusst habe, dass dieser zu Gewaltausbrüchen neige. Das Gericht sprach die Beschuldigte frei. Es kam zum Schluss, dass aufgrund der Umstände nicht hinreichend klar ist, was sie konkret wusste.