«Kanton soll qualitativ wachsen»

Alle Ausserrhoder Regierungsräte treten im Februar zur Wiederwahl an. Die Redaktion hat ihnen die gleichen sechs Fragen gestellt und ihre Arbeit bewertet. Den Abschluss macht Landammann und Baudirektor Jakob Brunnschweiler.

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Jakob Brunnschweiler, Landammann und Baudirektor von Appenzell Ausserrhoden (FDP). (Bild: Martina Basista)

Jakob Brunnschweiler, Landammann und Baudirektor von Appenzell Ausserrhoden (FDP). (Bild: Martina Basista)

Herr Landammann, was haben Sie sich 2007 für Ihre Amtstätigkeit der kommenden vier Jahre vorgenommen und auch erreicht?

Jakob Brunnschweiler: Als Landammann habe ich mir vorgenommen, eine gute Teamarbeit im Gesamtregierungsrat anzustreben, die Behördenkommunikation zu verbessern sowie unser Regierungsprogramm voranzutreiben und schlank durchzuziehen. Diese Vorsätze wurden erreicht, denn viele Projekte konnten erfolgreich abgeschlossen werden; andere haben die Reife zur Weiterführung.

Als Baudirektor habe ich mir das neue Wasserbaugesetz, die Revision des Umwelt- und Gewässerschutzgesetzes, das neue Strassengesetz sowie die Arbeiten für die Optimierung des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden als Schwerpunkte gesetzt. Dies sind zugleich Erfolge meiner Tätigkeit. Dabei verfolgte ich als Landammann und Baudirektor immer eine Politik mit liberalen, wirtschaftsfreundlichen Grundwerten, aber mit Sinn fürs Gemeinwesen.

Was konnte nicht umgesetzt werden?

Brunnschweiler: Ein weiterer Schwerpunkt war für mich der Nationalstrassenzubringer Appenzellerland. Das Projekt Umfahrung Herisau wurde von unserer Seite her im September 2008 dem Bund (Astra) übergeben; doch zwingende Entscheide auf Bundesebene sind leider noch nicht gefällt. Wir müssen weiter dranbleiben.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in den kommenden Jahren in Ihrem Departement Bau und Umwelt?

Brunnschweiler: Mich werden vor allem die Bauprojekte «Psychiatrisches Zentrum», «Zeughaus Herisau», «Mensaumbau Kantonsschule Trogen», Projekte bei den Spitälern sowie die Sanierung der Gmündentobelbrücke beschäftigen. Auch auf Gesetzesebene wird einiges in Angriff genommen, beispielsweise das Geoinformationsgesetz oder das Stromversorgungsgesetz. Wichtig ist auch die Intensivierung von «Bauen und Wohnen», einem Projekt aus dem laufenden und dem neuen Regierungsprogramm. Aber auch das Thema «Energie» mit den Diskussionen um den Ersatz der Schweizer Kernkraftwerke wird uns fordern.

Was gedenken Sie in Ihrem Departement hinsichtlich eines schnelleren Wachstums der Bevölkerungszahlen zu unternehmen?

Brunnschweiler: Die kürzlich erschienene Ecopol-Studie hat uns eine Bevölkerungsstagnation im 2009 aufgezeigt, dies nach einem Wachstum in den Jahren 2006 bis 2008. Wir nehmen diese Entwicklung ernst und wissen, dass eine inaktive Haltung der falsche Weg ist. So wollen wir das Projekt «Bauen und Wohnen» aus dem Regierungsprogramm intensivieren. Gemeinsam mit unseren Gemeinden wollen wir so das Bevölkerungswachstum ankurbeln. Denn es gilt, den Kanton als Wohn- und Arbeitsort besser zu positionieren und unsere Identität als Stärke zu kommunizieren. Gleichzeitig soll die Durchmischung der Bevölkerung hinsichtlich Altersstruktur und Einkommensniveau verbessert werden.

Der Kanton soll auch qualitativ wachsen. Darunter verstehe ich beispielsweise, die Zufriedenheit und Lebensqualität unserer Einwohner zu erhalten und zu erhöhen. Dies gerade auch für Junge und Familien; denn in unseren Gemeinden soll gelebt werden. Ziel ist, kantonsweit die hervorragenden Wohnqualitäten hervorzuheben und ein zeitgemässes Wohnungsangebot zu bieten.

Neue Kräfte wären in Startposition. Warum treten Sie noch einmal zur Wahl an?

Brunnschweiler: Mir gefällt meine Arbeit sehr, und ich bin mit Leib und Seele gerne Baudirektor. Denn ich bin für viele sinnvolle Projekte im Kanton verantwortlich. Zudem bin ich zielstrebig, lösungsorientiert, pragmatisch und entscheidungsfreudig. Ausserdem habe ich eine langjährige berufliche und politische Führungserfahrung, die ich gerne für unseren Kanton einsetze. «Regieren» ist aber eine Gesamtleistung aller Ratsmitglieder – und setzt Teamarbeit voraus. Denn als Regierung ist es unser oberstes Ziel, bleibende Werte für den Kanton zu schaffen und für das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner zu sorgen.

Was sagt Ihre Partnerin am Abend des Wahlsonntags zu Ihnen?

Brunnschweiler: Das weiss ich noch nicht. Sie wird sich aber freuen, dass ich mein Amt vier weitere Jahre ausüben darf. Denn sie weiss, dass ich dies mit Freude und Befriedigung tun werde. Und sie weiss auch, dass ich den Einsatz fürs Gemeinwohl – für unseren schönen Kanton – von Herzen gerne leiste.

Notiert: Monika Egli