Kanton setzt auf einheimisches Gewerbe

2016 plant Ausserrhoden in den Bereichen Hoch- und Tiefbau einige Bauprojekte. Diese wurden an der Bauwirtschaftskonferenz vorgestellt. Mehrheitlich führen regionale Unternehmen die Aufträge aus, wie die Zahlen der Vergabestatistik 2014 zeigen.

Jesko Calderara
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Der Kanton Appenzell Ausserrhoden will 2016 rund 19 Millionen Franken im Bereich Tiefbau investieren. (Bild: Urs Jaudas)

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden will 2016 rund 19 Millionen Franken im Bereich Tiefbau investieren. (Bild: Urs Jaudas)

HEIDEN. Die durch den Gewerbeverband Appenzell Ausserrhoden organisierte Bauwirtschaftskonferenz dient dem Informationsaustausch zwischen der Politik und den Unternehmen. An der diesjährigen Veranstaltung am Donnerstag in der «Linde» Heiden stellten Vertreter des Departements Bau und Umwelt die Bauprojekte vor, welche 2016 realisiert werden sollen.

Gleiches Volumen wie 2015

Als erstes ging Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl auf das Regierungsprogramm 2016–19 ein. Darin seien neun Ziele und 18 Strategien für das staatliche Handeln in den nächsten vier Jahren definiert, sagte die Vorsteherin der Departemente Bau und Umwelt sowie Volks- und Landwirtschaft. «Wir wollen beispielsweise KMU-freundliche Rahmenbedingungen schaffen.» Als bedeutende Vorhaben in ihrem Verantwortlichkeitsbereich erwähnte Koller-Bohl das Baugesetz, die Nachführung des Richtplans, die Mehrwertabschöpfung und Verkehrsinfrastrukturprojekte wie die Durchfahrt Teufen.

Kantonsingenieur Urban Keller stellte anschliessend die für 2016 geplanten Vorhaben im Bereich Tiefbau vor. So sollen Kantonsstrassen für insgesamt 19 Millionen Franken saniert und ausgebaut werden. Der Level an Erneuerung bewege sich damit auf Vorjahresniveau, sagte Keller. «Angesichts der Komplexität der einzelnen Vorhaben ist dies keine Selbstverständlichkeit.» Grösster Brocken ist der Neubau der Steblenbachbrücke in Waldstatt. Das laufende Projekt schlägt nächstes Jahr mit 2,5 Millionen Franken zu Buche. 2,3 Millionen Franken kostet zudem die zweite Etappe der Erneuerung des Abschnitts untere Rüti –Wissegg in Bühler. Der Kanton hat einige Aufträge bereits vergeben. Noch auszuschreiben sind Arbeiten im Volumen von acht Millionen Franken. Dazu gehören etwa folgende Vorhaben: Einlenker Sturzeneggstrasse, Tobel–Luchten, Wolfhalden, Schneggentöbeli–Brenden, Lutzenberg, Einmündung Hasenbühlstrasse, Heiden und der Durchlass Gählerenbach in Teufen.

Rückläufige Investitionen

Aufgrund hängiger Einsprachen noch viele Fragezeichen gibt es laut Urban Keller bei den Wasserbauprojekten 2016. Dafür budgetiert sind 5,2 Millionen Franken. In Angriff nehmen will das Baudepartement unter anderem geplante Massnahmen am Chlebbach in Herisau und am Klusbach auf Gemeindegebiet von Wolfhalden.

Wie konkurrenzfähig das Ausserrhoder Gewerbe ist, zeigt die Vergabestatistik 2014. Demnach gingen rund 80 Prozent der 105 Aufträge an Unternehmen mit Sitz in Appenzell Ausserrhoden.

Im Hochbau beträgt das Investitionsvolumen 2016 rund 2,2 Millionen Franken. Teile der finanziellen Mittel sollen in die Erneuerung des Konvikts der Kantonsschule Trogen und eines Gebäudes des Psychiatrischen Zentrums AR fliessen. Die Hochbauinvestitionen sind seit Jahren rückläufig. 2012 gab der Kanton dafür noch 16,4 Millionen Franken aus. Einen Grund für die Entwicklung sieht Kantonsbaumeister Otto Hugentobler bei den jüngsten Sparanstrengungen des Kantons. Dennoch verfügten die Liegenschaften insgesamt über eine gute Substanz, sagte Hugentobler. Weil der Spitalverbund selbständig ist, sind zudem die Spitalbauten nicht mehr in die Statistik des Hochbauamts eingeflossen.