Kanti will mit HSG kooperieren

Am 30. November steht die Kantonsschule Trogen mit dem Globalkredit für 2016 auf der Traktandenliste des Kantonsrates. Thema ist auch die Weiterentwicklung des bisherigen Schulangebots. Das soll modernisiert werden.

Stephanie Sonderegger
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In der Kantonsschule Trogen sollen Schülerinnen und Schüler künftig auch eine zweisprachige Matura machen können. (Bild: Hanspeter Schiess)

In der Kantonsschule Trogen sollen Schülerinnen und Schüler künftig auch eine zweisprachige Matura machen können. (Bild: Hanspeter Schiess)

TROGEN. «Wir wollen die Kanti Trogen fit für die Zukunft machen», kommentiert der Schulleiter der Kantonsschule Trogen, Michael Zurwerra, die Massnahmen, über die der Ausserrhoder Kantonsrat am 30. November entscheidet. Dann gilt es, einen Globalkredit mit Leistungsauftrag über 13,8 Millionen für 2016 zu genehmigen. Er soll den Schülerinnen und Schülern künftig eine optimale Ausbildung an einer Mittelschule gewährleisten.

Schülermangel als Auslöser

Auslöser für das vor vier Jahren lancierte Weiterentwicklungsprojekt der Kantonsschule Trogen war der Rückgang der Schülerzahlen. «Aktuell stehen wir in der Mitte der Umsetzung der strategischen Optionen», sagt Michael Zurwerra. Ziel sei es, an den Mittelschulen ein gutes Angebot für die Schüler des Kantons zu schaffen, um damit ideale Bedingungen für Lernende herzustellen. «Die rückgängigen Schülerzahlen sind zwar eine Tatsache, sie stellen die Existenz der Schule aber nicht in Gefahr.»

Auf Universität vorbereiten

So ist unter anderem das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht eines der Angebote, die künftig verstärkt ausgebaut werden sollen. Dazu strebt die Kantonsschule eine engere Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen an. «Das Schwerpunktfach muss einerseits praktischer werden, andrerseits müssen die Schülerinnen und Schüler näher an die Herausforderungen der Universitäten herangeführt werden», so Zurwerra.

Auch das Schwerpunktfach Naturwissenschaften wird von der Trogner Mittelschule mit stärkerer Förderung beworben, um künftig mehr Schülerinnen und Schüler dafür zu begeistern. «Wir wollen die jungen Leute für die Mint-Fächer, heisst für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, sensibilisieren. In diesen Bereichen fehlen heute die Fachspezialisten», sagt der Schulleiter. Bereits in diesem Schuljahr habe man spezifische Themenwochen durchgeführt.

Zweisprachige Matura

Neben den Schwerpunktfächern sind auch ein Austauschprojekt und die Talentförderung im musischen Bereich ein grosses Thema der Kantonsschule. So sollen die Plätze für das Kurz- sowie das Jahresaustauschprogramm «Echange linguistique» in Zusammenarbeit mit Gymnasien aus dem frankophonen Teil des Wallis beibehalten und möglicherweise ausgebaut werden. «Bisher konnten wir 14 Schülerinnen und Schüler vermitteln. Ihre Rückmeldungen waren durchwegs positiv», so Michael Zurwerra. Interessierte Schülerinnen und Schüler, die später eine Pädagogische Hochschule besuchen wollen, sollen sich hingegen am Gymnasium vertiefter in den musischen Fächern auf ihren weiteren Bildungsweg vorbereiten können. «Ab kommendem Sommer führen wir erstmals das vierte Ausbildungsjahr der Fachmittelschule (FMS) Pädagogik in Trogen durch», sagt der Schulleiter. Im Moment wird dieses noch ausgelagert.

Ebenfalls zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 soll die zweisprachige Matura in Deutsch und Englisch eingeführt werden. Zumindest sei das so geplant, sagt Michael Zurwerra: «Aktuell hängt es noch von den Lehrern der zuständigen Fachbereiche ab, ob die intensiven Vorbereitungen bis dahin machbar sind.» Der definitive Entscheid dazu falle Ende November. Fällt dieser positiv aus, haben die Schülerinnen und Schüler künftig die Möglichkeit, in zahlreichen Fächern in englischer Sprache unterrichtet zu werden. «Es ist wichtig, dass wir dieses Angebot einführen. Es gehört zu einem modernen Gymnasium», ist sich Michael Zurwerra sicher.

Michael Zurwerra Rektor Kantonsschule Trogen (Bild: apz)

Michael Zurwerra Rektor Kantonsschule Trogen (Bild: apz)