Kandidatur
«Ich bin Jungpolitiker mit der grössten politischen Erfahrung»: Journalist Patrik Kobler will in den Herisauer Gemeinderat

Patrik Kobler berichtete während fast 20 Jahren als Journalist über das Dorfgeschehen von Herisau. Unter anderem war er Redaktionsleiter der «Appenzeller Zeitung» und Redaktor beim Regionaljournal Ostschweiz von Radio SRF. Nun strebt der 44-Jährige einen Sitz im Herisauer Gemeinderat an. Dass er politischer Quereinsteiger ist, sieht er nicht als Nachteil.

Claudio Weder
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Patrik Kobler wurde vom Gewerbeverein Herisau für die Ersatzwahl in den Herisauer Gemeinderat am 22. August vorgeschlagen.

Patrik Kobler wurde vom Gewerbeverein Herisau für die Ersatzwahl in den Herisauer Gemeinderat am 22. August vorgeschlagen.

Bild: PD

Vielen Leserinnen und Lesern dieser Zeitung wird er noch bestens bekannt sein: Patrik Kobler war von 2007 bis 2018 bei der «Appenzeller Zeitung» tätig, davon fünf Jahre als Redaktionsleiter. Nun strebt der 44-Jährige einen Sitz im Herisauer Gemeinderat an. Der Gewerbeverein schlägt ihn für die Ersatzwahl am 22. August vor. Im Gemeinderat ist ein Sitz frei geworden, weil Max Eugster Anfang Mai zum Gemeindepräsidenten gewählt wurde.

Fast 20 Jahre lang hat Kobler als Journalist die Herisauer Dorfpolitik beobachtet und über sie berichtet, zuletzt als Redaktor und Moderator für das Regionaljournal Ostschweiz von Radio SRF. Aufgrund seiner Tätigkeit als Journalist kennt er sich im Dorf sowie im Kanton bestens aus, ist gut vernetzt und weiss, wo der Schuh drückt. «Nun will ich die Zukunft der Gemeinde aktiv mitgestalten», begründet Kobler seinen Schritt.

Als Gemeinderat wolle er sich zum einen für ein attraktives Zentrum und ein zukunftsweisendes Bahnhofsquartier einsetzen. Besonders liegen ihm aber die Sportstätten am Herzen.

«Ich will dafür sorgen, dass es bei der Sportstättenplanung vorwärts geht, das ist meine Hauptmotivation für meine Kandidatur.»

Stadionspeaker und Teilzeit-Hausmann

Patrik Kobler ist in Herisau geboren und aufgewachsen. «Ich kenne Herisau – und die Herisauer Bevölkerung kennt mich.» Seit seiner Kindheit hat er aktiv am Dorfleben teilgenommen. Nicht nur hat er 2009 die Gründung der IG Sport initiiert. Er engagiert sich auch ehrenamtlich für Herisauer Vereine – als Präsident des Fördervereins der Alten Stuhlfabrik, als Aktuar der Schwänberg-Stiftung und als Stadionspeaker des SC Herisau.

Mitglied in einer politischen Partei ist Kobler nicht. «Ich will mich keinem Parteibüchlein verpflichten, mir geht es nur um die Sache.» Er sieht sich als klassischen Mittepolitiker, vom Gedankengut her sei er ein Liberaler. Dass er politischer Quereinsteiger ist, sieht er nicht als Nachteil. Über sich selbst sagt Kobler:

«Ich bin Jungpolitiker mit der grössten politischen Erfahrung.»

Er kenne die politischen Abläufe und Mechanismen, wisse, zumindest mit Blick von aussen, wie es in den politischen Gremien zu und her gehe. Über den Herisauer Gemeinderat sagt Kobler: «Dem Gremium gehören gute Leute an, mit welchen ich gerne zusammenarbeiten würde.» Was er ausser guten Kontakten noch mitbringt? «Gute Kommunikation. Das ist das A und O für ein solches Amt.» Gerade bei grösseren Projekten sei es wichtig, die Bevölkerung gut zu informieren, sie abzuholen und zu begeistern.

Beruflich stehen für den 44-Jährigen gerade Veränderungen an. Noch bis Ende Juli ist Kobler bei SRF angestellt, er wird jedoch weiterhin im Medienbereich tätig sein: Mit seiner Firma Nextfy Media GmbH, die sich noch im Aufbau befindet, will er sich demnächst selbstständig machen und unter anderem den Online-Kanal appenzell.live lancieren. Nebenbei ist Kobler Teilzeit-Hausmann. Gemeinsam mit seiner Frau Maria und seinen drei Kindern wohnt er in einem Einfamilienhaus in Herisau.

Gewerbe strebt zweiten Sitz an

Ralph Nessensohn, Präsident Gewerbeverein Herisau.

Ralph Nessensohn, Präsident Gewerbeverein Herisau.

Bild: Karin Erni

Mit Patrik Kobler wäre der Gewerbeverein Herisau mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten. «Das Gewerbe ist interessiert, möglichst gewerbefreundliche Personen im Einwohnerrat sowie im Gemeinderat zu haben, die sich für optimale Bedingungen für das lokale Gewerbe einsetzen und die Interessen von uns vertreten», sagt Gewerbevereinspräsident Ralph Nessensohn. Aus diesem Grund unterstütze der Gewerbeverein Herisau die Kandidatur von Patrik Kobler.

Dass im Falle der Wahl von Kobler ein weiterer «Neuling» zum Gemeinderat dazustossen würde – auch Irene Hagmann ist politische Quereinsteigerin –, sieht er nicht als Nachteil: «Mit Patrik Kobler haben wir einen Kandidaten, welcher sich seit Jahren mit der Lokalpolitik auseinandersetzt und die Mechanismen kennt.» Durch seinen beruflichen Werdegang sei er zwar ein Quereinsteiger als Politiker – aber sicher nicht unerfahren in der Politik von Herisau, so Nessensohn.