Kandidatenkarussell dreht sich

Sepp Neff, Präsident des Bauernverbandes Appenzell, signalisiert Interesse an der Nachfolge von Landeshauptmann Lorenz Koller. Gleichzeitig gibt es eine ganze Liste potenzieller Kandidierender, die von vornherein abwinken.

Roger Fuchs
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An der diesjährigen Landsgemeinde muss ein neuer Landeshauptmann gewählt werden. Und der Kredit für das Hallenbad liegt vor. (Bild: apz)

An der diesjährigen Landsgemeinde muss ein neuer Landeshauptmann gewählt werden. Und der Kredit für das Hallenbad liegt vor. (Bild: apz)

APPENZELL. Appenzell Innerrhoden braucht einen neuen Landeshauptmann und Nachfolger für Lorenz Koller. «Ich überlege mir sehr ernsthaft eine Kandidatur», sagt Sepp Neff, Präsident des Bauernverbandes Appenzell und stillstehender Hauptmann von Schlatt-Haslen. Verschiedene Mitglieder des Grossen Rates hätten ihn bereits darauf angesprochen, eine offizielle Anfrage liege aber noch nicht vor. Neff ist wichtig, dass die produzierende Landwirtschaft mit einem Bauern in der Standeskommission vertreten ist. Ein solcher wisse Bescheid um die Arbeit, die in der Landwirtschaft anfalle. Sepp Neff ist seit 1991 selbständiger Landwirt und gehört seit 2005 dem Grossen Rat an. Er sieht sich selbst als gut vernetzt, und dies bis hin nach Bern. Als Bauernverbandspräsident habe er Einsitz in der Landwirtschaftskammer und reise dadurch fünf- bis sechsmal pro Jahr nach Bern.

Nebst Neff weiss auch Stefan Müller, der stillstehende Hauptmann des Bezirks Schwende, dass er als möglicher Kandidat im Gespräch ist. Der landwirtschaftliche Betriebsberater hat noch keinen Entscheid gefällt, lehnt aber auch nicht von vorneweg ab. Er wolle im Verlauf des März über eine mögliche Kandidatur entscheiden.

Sie alle wollen nicht

Eine ganze Reihe von Persönlichkeiten winken ab; darunter auch der Departementssekretär des Land- und Forstwirtschaftsdepartements, Bruno Inauen. «Ich möchte lieber in der Verwaltung mit meinem Team für Kontinuität sorgen und meine Dienste der Nachfolgerin oder dem Nachfolger des Landeshauptmanns Koller zur Verfügung stellen», sagt er.

Kein weiteres Mal kandidieren will Grossrat Josef Schmid, der frühere Leiter der Landwirtschaftlichen Schule Rheinhof-Salez. Bei seiner letzten Kandidatur im 2013 habe er klar gesagt, dass er sich kein drittesmal für die Standeskommission aufstellen lasse. Das erstemal kandidierte er bereits 2001 und verlor damals gegen den jetzt abtretenden Lorenz Koller.

Aussagen wie «das komme überhaupt nicht in Frage» oder «in diesem Fall gebe es nichts zu überlegen» fallen bei Obereggs Grossrat und Landwirt Viktor Eugster, dem Gontner Landwirt Walter Wetter und Landwirt Walter Mock aus Gontenbad, der seit einem Jahr den Regionalausschuss der Anicom Ostschweiz präsidiert. «Ich bin Bauer und nicht Politiker», sagt Mock. Wetter, der hinter vorgehaltener Hand als intelligentester Bauer Innerrhodens bezeichnet wird, führt sein Alter ins Feld. Mit 61 Jahren sei er zu alt; Landeshauptmann sollen jüngere werden. Zudem habe er einen gewaltigen Respekt vor der Aufgabe. Viktor Eugster hält fest, in den nächsten Jahren lieber nochmals den Fokus auf seinen Betrieb zu legen.

Mangel an Frauen

Als mögliche Frau für das Amt ist bislang der Name Rösi Räss-Belz, Präsidentin des Bäuerinnenverbandes, bis zur Redaktion gedrungen. «Ich will mich weiterhin mit voller Kraft für den Verband einsetzen», sagt sie und lehnt eine Kandidatur als Frau Landeshauptmann ab. Sie fügt aber an, dass es gut wäre, wenn ein Einheimischer gewählt würde, in den Vorständen der Vereine sässen bereits viele Zugezogene.

Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Sepp Neff Präsident des Bauernverbandes Appenzell (Bilder: apz)

Sepp Neff Präsident des Bauernverbandes Appenzell (Bilder: apz)

Bruno Inauen Sekretär Land- und Forstwirtschaftsdepartement

Bruno Inauen Sekretär Land- und Forstwirtschaftsdepartement

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