Kandidaten bekennen Farbe

Die Attraktivität von Appenzell Ausserrhoden als Wohnkanton ist ein Schwerpunktthema der Podiumsdiskussion zu den Regierungsratswahlen. Unterschiedliche Standpunkte vertreten die Kandidierenden beim Thema Gemeindefusionen.

Mea Mc Ghee
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HERISAU. Erwächst Regierungsrätin Marianne Koller Konkurrenz? Inge Schmid und Samuel Büechi jedenfalls würden als Regierungsrat gerne das Departement Volks- und Landwirtschaft übernehmen. Paul Signer hingegen zöge das Amt des Finanzdirektors vor. Diese Präferenzen entlockte Moderator Roger Fuchs den Kandidierenden anlässlich des zweiten Podiums der Appenzeller Zeitung zu den Regierungsratswahlen. Rund 100 Personen wollten am Donnerstag im Casino Herisau mehr über Inge Schmid (SVP), Samuel Büechi (Grünes Appenzellerland) und Paul Signer (FDP) erfahren.

Wachstum – aber wie?

Wie das im Regierungsprogramm angestrebte Bevölkerungswachstum erreicht werden soll, fragte Roger Fuchs das Podium. Paul Signer sieht sich als «Verfechter eines behutsamem Wachstums». Dieser politische Weg brauche einen langen Atem. Geht es nach Inge Schmid müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Junge den Kanton als Wohnort attraktiv finden. Dem Kanton fehle schlicht das Geld für eine familienfreundliche Politik, daher sei ein Wachstum illusorisch, konterte Samuel Büechi. Die im Regierungsprogramm genannte Bevölkerungszahl von 55 000 Einwohnern findet er im Gegensatz zu den Mitkandidaten nicht erstrebenswert.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren Gemeindefusionen. Geht es nach Samuel Büechi, müsste die Regierung dem Volk aufzeigen, dass es zu teuer sei, kleine Gemeinden zu führen. «Mit einer professionelleren Organisation lässt sich Geld sparen.» Gemeindefusionen seien ein Thema, so Paul Signer. Als Regierungsrat würde er die Zusammenarbeit unter den Gemeinden fördern und besser lenken. Inge Schmid ist überzeugt, dass eine Fusion von unten her wachsen müsste. Eine Zusammenarbeit zwischen mehreren Gemeinden in verschiedenen Bereichen sei sinnvoll. Sie betonte aber: «Gemeinden sollen eigenständig bleiben.»

Wie viele Spitäler?

Farbe bekannten die Kandidaten beim Thema Spitalverbund mit drei Spitälern: Einen Spitalverbund müssten Inner- und Ausserrhoden aus Kosten- und Qualitätsgründen mit anderen Kantonen eingehen, so Büechi. Das Gesundheitswesen sei ein wichtiger Arbeitgeber im Kanton. Wenn die Spitäler auf dem Markt bestehen können, hätten sie ihre Berechtigung, sagte Paul Signer. Inge Schmid findet es wichtig, dass die Spitäler im Kanton sich im Angebot ergänzen.