Kampfwahl um Obergerichtssitze

Trotz einer Absprache der Parteien bietet sich den Stimmberechtigten bei der Besetzung des Ausserrhoder Obergerichts eine Auswahl. Für die zurücktretenden Martin Engler und Rudolf Aebischer bewerben sich drei Kandidaten.

Jesko Calderara
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Bei den Gesamterneuerungswahlen im April treten zwei Oberrichter zurück. Bis jetzt liegen drei Kandidaturen vor. (Bild: apz)

Bei den Gesamterneuerungswahlen im April treten zwei Oberrichter zurück. Bis jetzt liegen drei Kandidaturen vor. (Bild: apz)

AUSSERRHODEN. Nebst der Vakanz im Regierungsrat sind am 8. März auch zwei Sitze im Ausserrhoder Obergericht neu zu besetzen. Martin Engler (Heiden) und Rudolf Aebischer (Teufen) haben ihren Rücktritt eingereicht. Bis jetzt bewerben sich drei Kandidaten. So hat die SP AR an der letzten Delegiertenversammlung Florian Windisch nominiert. Der 34-Jährige studierte an der Universität St. Gallen Recht. Zurzeit absolviert er einen Forschungsaufenthalt. Bei einer Wahl würde Windisch nach Ausserrhoden ziehen. Als Nachfolger für Aebischer schlägt die SVP Ausserrhoden dessen Ehefrau Michèle Gasser Aebischer vor. Sie ist parteilos und arbeitet als Rechtsanwältin.

Tim Walker kandidiert erneut

Zudem steigt wie bereits 2013 Tim Walker ins Rennen. Der 50-Jährige führt in Trogen eine Rechtsanwaltskanzlei und ist Mitglied des Grünen Appenzellerlands. «Gefragt sind gute Kenntnisse im Planungs- und Baurecht gefragt», sagt Tim Walker. Auf diesem Gebiet sei er seit über 25 Jahren tätig. Weil die anderen Parteien über Walkers Absicht nicht informiert waren, fehlt sein Name auf dem gemeinsamen Wahlzettel. Dieses System benachteilige parteilose Kandidaten oder Gruppierungen, die an den Parteigesprächen nicht teilnehmen, sagt der Betroffene. Keine Bewerber stellen FDP und CVP. Sie unterstützen nebst den bisherigen Oberrichtern Florian Windisch und Michèle Gasser Aebischer.

Juristische Kenntnisse hilfreich

Bei der Suche nach Mitgliedern für die Gerichte sprechen sich die Parteien im Vorfeld ab. «Die fachlichen Qualifikationen sind dabei entscheidend und nicht parteipolitische Aspekte», sagt SVP-Kantonalparteipräsident Edgar Bischof. Kandidaten würden einem üblichen Bewerbungsprozess unterzogen. Zudem müssten sie einen Betreibungs- und Strafregisterauszug einreichen. Laut Bischof zwingend für die Arbeit im Obergericht sind juristische Vorkenntnisse oder ein spezifisches Wissen. «Ein Rechtsstudium ist jedoch nicht notwendig.» Es habe Fälle gegeben, in denen Nichtjuristen zuerst im Kantonsgericht Erfahrungen sammelten und anschliessend wechselten.

Florian Windisch Kandidat Obergericht (Bild: pd)

Florian Windisch Kandidat Obergericht (Bild: pd)

Tim Walker Kandidat Obergericht (Bild: pd)

Tim Walker Kandidat Obergericht (Bild: pd)