Kampfwahl nur für Gemeinderat

WATTWIL. Die Gesamterneuerungswahlen in Wattwil versprechen wenig Spannung. Gemeindepräsident und Schulratspräsident, Schulrat und beide GPKs sind unbestritten. Einzig im Gemeinderat bewerben sich sieben Kandidaten für sechs Sitze.

Hansruedi Kugler
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Im Gemeindehaus Wattwil tagen jeweils der Gemeinderat und der Schulrat. (Bild: Hansruedi Kugler)

Im Gemeindehaus Wattwil tagen jeweils der Gemeinderat und der Schulrat. (Bild: Hansruedi Kugler)

Am Wochenende vom 22. und 23. September werden auch in Wattwil der Gemeinderat und der Schulrat neu besetzt. Eine Kampfwahl wird es aber nur für den Gemeinderat geben. Die Ausgangslage ist dort eine besondere. Mit der Fusion der Gemeinden Wattwil und Krinau, die auf den 1. Januar 2013 vollzogen wird, wird sich der Gemeinderat von neun auf sieben Mitglieder (inklusive Gemeindepräsident) verkleinern. Das ist eines der wesentlichen Elemente der neuen Gemeindeordnung. Die Verkleinerung des Gemeinderates könnte für Überraschungen sorgen und neue Mehrheiten bilden. Die wählerstärkeren Parteien FDP und CVP könnten profitieren, die SP und die SVP verlieren.

Sieben für sechs Sitze

Gemeinderatswahlen sind Personenwahlen. Vier bisherige Gemeinderäte haben auf Ende der Legislatur ihren Rücktritt erklärt: Maria Kaiser (CVP), Elmar Steiger (FDP), Hanspeter Schumacher (SP) sowie Sandro Pantaleoni (FDP). Die anderen Bisherigen, Walter Bösch (SVP), Konrad Dobler (FDP) Pirmin Sieber (CVP) und Ruedi Sterzing (parteilos) sind praktisch gesetzt, auch wenn Walter Bösch vor vier Jahren erst im zweiten Wahlgang den Einzug in den Gemeinderat geschafft hat. Gegen keinen der Bisherigen ist in der Öffentlichkeit Kritik geäussert worden. So werden sich voraussichtlich die neuen drei Kandidaten um die restlichen zwei Sitze streiten: Gute Karten haben dabei wohl Marlise Porchet (CVP) und Hansheiri Keller, der als Präsident der SP Toggenburg regional bekannt ist und den einzigen SP-Sitz im Wattwiler Gemeinderat erobern dürfte. Dafür spricht nur schon der Wähleranteil der SP: Bei den diesjährigen Kantonsratswahlen hat die SP knapp 20 Prozent der Wählerstimmen geholt. Die CVP-Frau Marlise Porchet hat sich durch einen engagierten Wahlkampf für den Kantonsrat und eine von ihr und Konrad Dobler initiierte Petition für die Stärkung des Standorts Wattwil ein politisches Profil gegeben. FDP-Mann Beat Bleiker hat zwar als GPK-Mitglied des Schulrats politische Erfahrungen gesammelt, darüber hinaus ist er politisch aber noch nicht in Erscheinung getreten.

Präsidenten sind unbestritten

Ganz anders sieht die Sache bei den beiden Präsidenten des Gemeinderats und des Schulrats: Alois Gunzenreiner und Norbert Stieger aus: Sie treten als unbestrittene Bisherige ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl an. Ebenso ist bei der Wahl in den Schulrat nicht mit Überraschungen zu rechnen. Sechs Kandidaten bewerben sich für die sechs Sitze. Neben den fünf bisherigen Urs Bichler (FDP), Bettina Bischof (CVP), Christian Eicher (CVP), Othmar Gübeli (CVP) und Hansruedi Lusti (SVP) tritt die Krinauerin Roswitha Bösch Schluchter (SVP) zur Wahl an. Und für die ohnehin kaum je umstrittenen Wahlen in die GPKs der politischer Gemeinde und der Schulgemeinde stehen jeweils fünf Kandidaten zur Verfügung. Dabei fällt auf, dass sich ausser der parteilosen Rita Grob-Haas die CVP, die FDP und die SVP die GPK-Sitze untereinander aufteilen. Die SP hingegen stellt bei der diesjährigen Gesamterneuerungswahl lediglich einen Kandidaten für den Gemeinderat. Für alle anderen Gremien, auch für den Schulrat, steht kein einziger SP-Vertreter zur Wahl.