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Kampf gegen den Ruf der "Kopfnicker": Thomas Forsters Ziele als Präsident des Einwohnerrates

Thomas Forster ist einstimmig zum neuen Präsidenten des Einwohnerrates gewählt worden. Während seiner zwei Amtsjahre will er sich dafür einsetzen, dass das Gremium bei der Bevölkerung eine andere Wahrnehmung erhält.
Martin Schneider
In der ersten Sitzung unter der Leitung von Thomas Forster diskutierte der Rat über eine Initiative von SVP und Gewerbeverein. (Bild: cal)

In der ersten Sitzung unter der Leitung von Thomas Forster diskutierte der Rat über eine Initiative von SVP und Gewerbeverein. (Bild: cal)

Der Einwohnerrat sei ein «Gremium von Kopfnickern» und die Mitgliederinnen und Mitglieder zu «gemeinderathörig». Es ist dieses Bild des Einwohnerrates, welchem Thomas Forster als Präsident entgegentreten möchte. Gestern wurde er in sein neues Amt gewählt, für zwei Jahre wird er dieses nun innehaben.

«Der Einwohnerrat stand in den sozialen Medien und von Seiten der Bevölkerung in letzter Zeit stark unter Beschuss»,

erinnert sich Forster. Auf Schuldzuweisungen, wieso es zu dieser Kritik gekommen ist, verzichtet der Sozialdemokrat bewusst. Im Gegenteil: Er versteht sich als «Brückenbauer und guter Debattierer», der in jeder Fraktion Personen habe, mit denen er gut und konstruktiv zusammenarbeiten könne. Diese Fähigkeiten gilt es nach Forster geschickt zu nutzen. Sein oberstes Ziel dabei als Präsident: Das Weibeln für Kompromisse. «Es ist mir wichtig, dass keine Einzelinteressen vonseiten der Fraktionen verfolgt werden, sondern dass der Einwohnerrat offen, klar und transparent über komplexe Themen debattiert und vermehrt Kompromisse findet».

Inwiefern ihm das gelingen wird, weiss auch Thomas Forster noch nicht – dennoch, sein Amt will er vor allem dazu nutzen, sich für diese Punkte einzusetzen. Die Stossrichtung ist klar, der Einwohnerrat soll bei der Bevölkerung wieder als lebhaftes und professionelles Gremium wahrgenommen werden. Vor 13 Jahren begann das Engagement des heute 60-Jährigen im Herisauer Einwohnerrat und unmittelbar nach dem Start wurde Forster bereits Präsident einer Kommission, die sich mit dem Projektierungskredit für den Neubau des Werkhofes auseinandersetzte. «Ein schneller Start», den er so nicht erwartet hätte, sagt Forster rückblickend.

Ungewissheit nach Krebsdiagnose

«Ich ging davon aus, dass man zuerst ein paar Jahre im Einwohnerrat ist, bevor man in eine Kommission kommt. Dann wurde ich aber gleich Präsident einer solchen.» Später wurde der gelernte Bauzeichner auch noch Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) – ein Amt, das er wahrscheinlich noch länger als bis 2010 ausgeführt hätte, wäre nicht die Diagnose Darmkrebs gekommen. Ein herber Rückschlag und eine Zeit voller Ungewissheit für Forster und seine Familie.

Ungewissheit darüber, wie weit sich der Krebs bereits ausgebreitet hat, wie gut die Therapien anschlagen werden und ob eine Heilung realistisch ist. «Augen hat der Mensch zum Vorwärtsschauen», sagte er sich damals und das hat er auch getan. Heute ist der Krebs besiegt und Thomas Forster politisierte kurz nach seiner gesundheitsbedingten Abgabe des Präsidiums der GPK wieder im Einwohnerrat. Trotz einer Verschiebung seiner Prioritäten nach seiner Krankkeit, politisieren wollte der Vater zweier erwachsener Kinder auch weiterhin. Die Führungsverantwortung, die er bei seinen früheren Anstellungen in der Bildungsbranche hatte, habe er jedoch abgegeben.

Zentrumsentwicklung von Herisau als Kernanliegen

Aktuell arbeitet Forster 70 Prozent als Lehrperson im Berufsbildungszentrum Herisau sowie als Freelancer bei der Schule für Wirtschaft und Sprachen (SWS) in Winterthur. Nach drastischem Abbau seiner Engagements nach der schweren Krankheit klingt dies definitiv nicht – zumal nun zwei Präsidialjahre anstehen.

«Am Anfang hatte ich Bedenken wegen der Zusatzbelastung durch das neue Amt»,

gibt Forster zu. «Je näher aber die Vorbereitungen auf die erste Sitzung kamen, desto mehr merkte ich, dass es mir Freude bereitet.» Sowieso mache er «nur» noch das, woran er Freude habe – dazu gehöre auch die Politik und das neue Amt.

Wie es nach den zwei Jahren politisch weitergehen wird, steht noch nicht fest. Ambitionen auf den Herisauer Gemeinderat, wie sie bei der Kandidatur 2014 noch vorhanden waren, hegt Forster keine mehr. Ein Verbleib im Einwohnerrat schliesst er jedoch nicht aus. Dann könnte sich der zum liberalen Wirtschaftsflügel der Sozialdemokratischen Partei gehörende Politiker weiterhin für eines seiner politischen Kernanliegen einsetzen – die Zentrumsentwicklung von Herisau, die in der Vergangenheit von einer zu grossen «Langsamkeit» geprägt gewesen sei.

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