Kampf um Gemeinderatssitz

SPEICHER. Natalia Bezzola Rausch, Jürg Zürcher und Samuel Lanker treten in Speicher zum zweiten Wahlgang an. Ein Sitz im Gemeinderat ist noch frei. Am Montag präsentierten sich die Kandidierenden der Bevölkerung.

Jesko Calderara
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Ob Samuel Lanker, Natalia Bezzola Rausch oder Jürg Zürcher künftig im Gemeinderat mitarbeiten, entscheidet sich am 10. Mai. (Bild: cal)

Ob Samuel Lanker, Natalia Bezzola Rausch oder Jürg Zürcher künftig im Gemeinderat mitarbeiten, entscheidet sich am 10. Mai. (Bild: cal)

Nach der Gesamterneuerungswahl besteht im siebenköpfigen Gemeinderat Speicher noch eine Vakanz. Gewählt wurde erst Claudia Neff Koller. Samuel Lanker, der spät ins Rennen stieg, verpasste das absolute Mehr. Der 29-Jährige und neu Natalia Bezzola Rausch (FDP) sowie der parteiunabhängige Jürg Zürcher treten am 10. Mai zum zweiten Wahlgang an. Am Montagabend stellten sich die drei Kandidierenden an der Volksversammlung im Buchensaal den Stimmberechtigten vor.

Unterschiedliche Motive

«Ich bin unabhängig und habe die notwendige Zeit für das Amt», antwortete Jürg Zürcher auf die Frage von Podiumsleiter Damian Kaeser nach seiner Motivation. Verschiedene Leute hätten ihn nach dem ersten Wahlgang zu einer Kandidatur ermuntert. Anders sieht die Situation bei Natalia Bezzola Rausch aus. Sie arbeite gerne mit verschiedenen Leuten zusammen. Die Arbeit im Gemeinderat würde ihr ehrenamtliches Engagement abrunden, sagte die Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Speicher.

Bezahlbare Wohnungen fehlen

Ein Thema am Podium war der lokale Immobilienmarkt. Für Natalia Bezzola Rausch sind bezahlbare Wohnungen in Speicher Mangelware. Investoren müssten ihrer Meinung nach ermuntert werden, ältere Liegenschaften zu sanieren, sagte die Geschäftsführerin des Heimatschutzes St. Gallen/Appenzell Innerrhoden. Samuel Lanker seinerseits will die Bautätigkeit nicht weiter steigern. «Bestehende Immobilien sollten erneuert werden, damit für alle Bevölkerungsschichten erschwinglicher Wohnraum entsteht.» Eine abweichende Meinung vertrat dagegen Jürg Zürcher. Es gebe in Speicher durchaus ältere Objekte zu kaufen oder mieten. Die Ansprüche der Jungen seien jedoch hoch, sagte der pensionierte Bankfachexperte. Er sprach sich zudem grundsätzlich gegen Baulandkäufe der öffentlichen Hand aus.

Im weiteren Verlauf des Abends formulierten die drei Bewerber ihre Visionen für die Gemeinde. Bezzola Rausch will den Fokus in erster Linie auf eine sorgfältige Raumplanung legen. «Ich wünsche mir darüber hinaus, dass wir mehr gemeinsam an der Zukunft arbeiten.» Lankers Ziel ist es, Speicher als attraktives Dorf zum Wohnen und Leben zu erhalten.