Kampf um den nächsten Schritt

Radprofi Patrick Schelling und Bikerin Ramona Forchini versuchen 2012 den Abstand zur Spitze zu verkleinern. Im Toggenburg konzentrieren sich die Zweirad-Aktivitäten weiterhin mehrheitlich auf den Mountainbike-Sport.

Urs Huwyler
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RAD. Als Silbermedaillengewinner an der Universiade in China, Berg-Schweizer-Meister und zwei weiteren Siegen besass Patrick Schelling (Hemberg) Ende Saison beste Chancen für die Vertragsverhandlungen mit möglichen Arbeitgebern. Zumindest theoretisch. Praktisch blieben die Alternativen minimal, weil eher Mannschaften verschwinden als neu aufgestellt werden. Auch die bisherige Sportgruppe von Schelling verschwand von der Bildfläche. Mit dem Continental Team «Atlas Personal Jakroo» fand der Hobby-Wintersportler (Langlauf/Ski Alpin) eine Equipe, welche der dritten nationalen Gruppe auf dem Weg nach oben eine Chance bieten möchte.

Der Druck steigt

Aus Ostschweizer Sicht fährt Michael Albasini (Gais) auf der obersten Stufe, die beiden Thurgauer Andreas Dietziker (Aadorf) und Reto Hollenstein (Sirnach) auf der zweiten. Patrick Schelling wird versuchen, einen nächsten Schritt nach oben zu tun. Als derzeitiger Profi ist das Ziel vorgegeben. «Der Druck steigt dadurch im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Team erwartet Resultate», macht sich die pedalende Berggemse keine Illusionen. «Das Rennprogramm sieht ähnlich aus wie 2011», hat er festgestellt. Dazu gehören auch Einsätze mit der Nationalmannschaft. Den Auftakt in die Frühlingsserie darf Schelling unter der Rubrik «zufriedenstellend» abhaken. Als Vorbereitung auf den Giro del Mendrisiotto bestritt er in Brütten bei Winterthur das 6. Rennen der Time-Race-Cup-Serie und gewann den Test im Spurt. Am Tag darauf ging's zur Mendrisiotto-Rundfahrt. Patrick Schelling musste das Rennen Ende der 9. Runde nach einem nicht verschuldeten Sturz mit Materialdefekt aufgeben. Positiv am Sonntagsausflug ins Tessin: Der Fahrer des VC Fischingen blieb unverletzt, die Formkurve zeigte aufwärts und mit Marcel Aregger siegte ein Teamkollege.

Podestplätze gefordert

Erst am 1. April steigt Ramona Forchini (Wattwil) beim siebenteiligen BMC Racing Cup rund um Buchs in die Saison ein. Zuvor steht ein weiteres Trainingslager mit dem MTB-Kader Zentralschweiz auf der Terminliste. «Um sich eine Woche vor dem ersten Rennen den letzten Schliff zu holen», betont die Ebnat-Kappler Gemeindeangestellte, deren Ausbildung im Sommer endet. Sie hat keinen Wechsel vorgenommen und wird unter Leitung von Andreas Kurmann (Willisau) weiterhin als Kollegin von Junioren-Weltmeisterin Linda Indergand unterwegs sein.

Für die Mitte Juni 18 Jahre alt werdende Ramona Forchini heisst es auf dem weiteren Bike-Weg nach oben: Podestplätze an der nationalen Meisterschaft (2011: 4.) und in der Racing Cup-Serie (2011: 2.), Top-Ten-Klassierungen im Weltcup und Selektion für die EM (Moskau) und WM (Saalfelden). Hohe, aber aufgrund der bisherigen Resultate durchaus realistische Ziele. Die Hauptprobe auf der WM-Strecke beendete Forchini im Vorjahr als Vierte. Auf der Juniorinnen-Weltrangliste nimmt sie als Nummer vier der Schweiz Position 13 ein.

Die Biker trainieren speziell während der Vorbereitungsphase oft als Strassenfahrer, konzentrieren sich jedoch wettkampfmässig wegen der topographischen Gegebenheiten und den Angeboten auf das Geländefahren (Cross Country/Downhill). Ramona Forchini bestreitet dagegen (je nach Terminplan) Rennen in beiden Disziplinen. «Biken besitzt allerdings Priorität», sagt die Juniorin. Obwohl sie 2011 auf der Strasse mit den Rängen drei (Zeitfahren), vier (Massenstart) und nochmals vier (Berg) wie in den Vorjahren zur nationalen Elite zählte.

Toggenburger Cup

Die regionale Biker-Elite wird sich 2012 am Toggenburger Cup messen. Die fünfteilige Rennserie bleibt mit dem Bütschwiler Radsporttag (22. April), der Kreuzegg Classic (19. Mai), dem Pfingstevent «Ufs Hörnli» (26. Mai), Run&Bike Mosnang (23. Juni) sowie dem Kirchberger Bike Rennen (2. September) unverändert. 2011 wurde mit 330 Fahrerinnen und Fahrern ein neuer Teilnahmerekord erzielt. Wobei es Unterschiede zwischen den Veranstaltungen gab. Die Kreuzegg Classic thronte mit 180 Starts über der Konkurrenz. Bewährt hat sich die Einführung der U15-Kategorie.

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