Kampf mit einem Punkt belohnt

Der FC Herisau und der FC Bazenheid sind nach drei Runden der 2.-Liga-Meisterschaft ohne Niederlage. Im Direktduell fallen keine Tore. Hektik und schnelle Ballverluste sind die abendfüllenden Elemente. Auf beiden Seiten beendet ein Spieler die Begegnung vorzeitig.

Lukas Pfiffner
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Herisaus neuer Mittelfeldspieler Malek Hadjadj (links) setzt den ballbesitzenden Bazenheider Florian Schefer unter Druck. (Bild: pf)

Herisaus neuer Mittelfeldspieler Malek Hadjadj (links) setzt den ballbesitzenden Bazenheider Florian Schefer unter Druck. (Bild: pf)

FUSSBALL. Nur eine Mannschaft freute sich, als der Schiedsrichter am Samstagabend die torlose Partie auf dem Ebnet abpfiff – jene des FC Herisau. Die Gastgeber hatten während 25 Minuten der zweiten Halbzeit nach Samuel Loosers gerechtfertigtem Platzverweis (zweite Verwarnung) in Unterzahl gespielt, bis Bazenheids Holenstein ebenfalls vorzeitig in die Garderobe geschickt wurde. Er hatte in der Schlussphase einen der wenigen Herisauer Konter mit einem Foul gestoppt.

Mehr Nervosität als Disziplin

Das Spiel begann nervös, und es blieb durchgehend nervös. Dass Verantwortliche und Spieler auf beiden Seiten monierten, der Schiedsrichter habe nicht den besten Tag gehabt, war die eine Geschichte. Dass sich weder Herisau noch Bazenheid als besonders diszipliniert erwiesen, die andere. Viel Energie wurde (nicht zum ersten Mal in einem Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften) für Reklamieren und Lamentieren verbraucht; die Konzentration litt unter diesem Umstand.

Herisau ohne acht

Dem Sieg näher war Bazenheid. 1:2 lautete der Vergleich der Bälle an die Torumrandung, und Gysi hatte mehr Torhüterarbeit zu leisten als Bernet: Der Herisauer stand in der letzten halben Stunde im Mittelpunkt. Er wurde zweimal mit einer veritablen Schussserie eingedeckt, als die Einheimischen die Übersicht vorübergehend verloren und die Bälle nicht mehr kontrolliert aus der Gefahrenzone brachten. Zuvor hatten Gavrilovic und Tasdelen mit gutem Stellungsspiel einige Aktionen klären können. Wegen eines Familienanlasses musste die Herisauer Innenverteidigung ohne Captain Keller auskommen. Fabio de Souza, der Trainer der Ausserrhoder, lobte nach dem Spiel denn auch vor allem den kämpferischen Einsatz seines Teams, das schon arg dezimiert in den Abend gestiegen war. Nebst Keller fehlten sieben weitere Spieler. Im personellen Notstand hatte der FCH nach vielen Monaten Damiano Grillo reaktiviert, und Junior Gianluca Bianculli gehörte erstmals dem Kader der ersten Mannschaft an. Beide kamen in der hektischen Schlussphase zum Einsatz, als es für die Ausserrhoder vor allem darum ging, den einen Punkt sicherzustellen. Nicht weniger als 20 Spieler sind für Herisau in der noch jungen Saison bereits aufgelaufen. Herisau und Tabellenführer Bazenheid haben in den drei ersten Runden als einzige Teams der Gruppe 2 noch nicht verloren. Und die Toggenburger sind ohne Gegentor. Das Spiel wurde intensiv geführt; der läuferische Aufwand war beachtlich. Vor 14 Monaten hatten sich Herisau und Bazenheid eine «Aufstiegsfinalissima» der Saison 2013/2014 geliefert (auch 0:0, mit dem Nachwuchs des FC Wil als lachendem dritten). Von einem guten spielerischen Auftritt waren vorgestern aber beide Mannschaften einiges entfernt. Die Fehlpassquote bewegte sich zeitweise in weit überdurchschnittlichen Dimensionen. Rasche Ballverluste prägten das Geschehen.

Eben doch zu wenig Zeit

Gästecoach Heris Stefanachi drohte schon nach 30 Minuten mit Auswechslungen. Bazenheid ist im Frühling in der Aufstiegsentscheidung erneut knapp gescheitert; entsprechend hoch sind nun die Ansprüche. «Geduld! Wir haben Zeit», rief der Trainer 20 Minuten vor Schluss, als sich sein Team eine Feldüberlegenheit verschaffte, mehrmals mit Zuspielen in die Tiefe Gefahr heraufbeschwor und im Abschluss reichlich verzweifelt wirkte. Dann fehlte eben doch die Zeit; die Bazenheider ärgerten sich lautstark darüber, dass der Ref die Nachspielzeit nicht angezeigt hatte.

Herisau – Bazenheid 0:0 Ebnet. – 90 Zuschauer. – Sr. Elser. Herisau: Gysi; Höhener, Tasdelen, Gavrilovic, S. Looser; Hadjadj, D. Looser, M. Follador (74. Grillo), R. Schoch (81. A. Wieland); Cengiz (88. Bianculli), Nesci. Bazenheid: Bernet; Früh, Läng, Baumann, Gebert; Mlinaric (72. Musliji), Stadler, Luis (88. Negro), Schefer (60. Holenstein); Ledergerber, Maksuti. Bemerkungen: Herisau ohne D. Schoch, Caamano, F. Wieland, Schuler, D. Follador und Brandenberger (verletzt), Petersen (Schule) und Keller (Familienanlass). Verwarnungen: 20. S. Looser (Foul), 25. Früh (Foul), 39. Höhener (Reklamieren), 66. Gysi (Reklamieren), 70. Mlinaric (Reklamieren), 90. Bianculli (Foul) und 91. A. Wieland (Reklamieren). Platzverweise: 59. S. Looser (Foul, zweite Verwarnung) und 85. Holenstein (Foul). 19. Pfostenschuss Ledergerber, 55. Lattentreffer R. Schoch, 83. Lattentreffer Holenstein.