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Kammermusik par excellence in der Ziegelhütte Appenzell

Das Wiener Aron Quartett und der Schweizer Pianist Martin Lucas Staub erfreuten in der Ziegelhütte das Publikum mit Kostbarkeiten der europäischen Streichquartett- und der Klavierquintett-Literatur.
Künstler mit musikalischer Brillanz und sympathischer Ausstrahlung. (Bild: Ferdinand Ortner)

Künstler mit musikalischer Brillanz und sympathischer Ausstrahlung. (Bild: Ferdinand Ortner)

Mit einem hochkarätigen Raritätenprogramm gestaltete das Aron Streichquartett aus Wien gemeinsam mit dem Pianisten Martin Lucas Staub – dem Chef des Schweizer Klaviertrios – das Oktober-Abo-Konzert in der Ziegelhütte zu einem Musik-Event vom Feinsten.

Es war ein Erlebnis, wie sich die Musiker präsentierten: bestens disponiert, musikalisch kompetent, spieltechnisch perfekt und ausdrucksstark. Beeindruckend der wunderschöne «Wiener Streicherklang», das subtile Ausleuchten der facettenreichen Musik, die Klangsinnlichkeit und Ausstrahlung.

Aufgeführt wurden Haydns letztes Streichquartett in F-Dur, op. 77, Nr. 2, Dvoraks populäres Klavierquintett in A-Dur, op. 81 sowie – als Kontrast – das hochexpressive Streichquartett op. 75 von Hanns Eisler (1898 – 1962). Das Aron Quartett, das heuer das 20-jährige Jubiläum feiert, widmet sich neben dem gewohnten Repertoire auch exklusiven Werken aus der Zeit der Nazi-Diktatur und der DDR.

Mit dem elanvollen Vortrag von Haydns F-Dur Streichquartett glückte dem Wiener Ensemble ein reizvoller Konzertauftakt. Die kantablen Dialoge im Kopfsatz wirkten sehr lebendig und transparent. Als «Gustostück» – an Beethoven erinnernd – entpuppte sich das übermütige «Menuett». Besonders feinfühlig gestalteten die Künstler die Melodieführung im variationenreichen «Andante». Das rhythmisch pointierte, spannungsvolle Finale mit Kopfmotiv und Polonaisen-Thema wurde von einem hinreissenden Bewegungsimpetus getragen.

Musikalisches Feuerwerk

Im stilistischen Kontrast zum Haydn-Opus stand das zeitgenössische zweisätzige Streichquartett von Hanns Eisler, geprägt von einer ungewohnten, herben Klangsprache im Zwölf-Ton-Stil und etwas düster-elegischer Stimmung. Im ersten Satz liessen nach dem viertaktigen Thema die diffizilen, eng miteinander verzahnten 40 Variationen aufhorchen, im Finale diverse «schräge» Harmonien und die kunstvolle Satztechnik mit reizvollen Klangschattierungen. Die leidenschaftliche Interpretation wurde mit viel Beifall belohnt.

Ein Feuerwerk virtuoser und rhythmisch-melodischer Brillanz zündete das Aron Quartett – durch den Pianisten Martin Lucas Staub optimal zum Quintett erweitert – bei der mitreissenden Aufführung des farbenprächtigen Klavierquintetts von Antonin Dvorak (1841 – 1904). Das Meisterwerk liebenswürdiger Melodik – gewürzt mit slawischer Melancholie und böhmischen Tanzrhythmen – erstrahlte in voller Pracht. Schon der temperamentvoll musizierte Kopfsatz mit einer Fülle effektvoller Soli liess den Funken überspringen. In der farbenreichen «Dumka» kamen die träumerischen Kantilenen zu bezaubernder Wirkung. Spritzig-duftig erklang das «Scherzo» als wirbelnder Tanz voller rhythmischer Überraschungen (Furiant). Das fulminant gespielt rasante Finale löste einen Beifallssturm aus, der mit einem Dacapo zündender Furiant-Tanzweisen belohnt wurde.

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