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Kameraleute sehen die Piste nicht

Benis Olympia-Tagebuch
Beni Giger
Noch deutet bei den Pisten wenig darauf hin, dass darauf bald um Olympische Medaillen gekämpft wird. (Bild: PD)

Noch deutet bei den Pisten wenig darauf hin, dass darauf bald um Olympische Medaillen gekämpft wird. (Bild: PD)

Hier in Südkorea ist es bitter kalt. Am Start wurden minus 25 Grad gemessen, dazu weht ein starker Wind. Jeder, der auf der Piste arbeiten muss, kommt total durchgefroren retour. Leider läuft wegen des Windes die Seilbahn nicht. Wir fahren meist in einer Schneeraupe zum Start, stehend im Gitterkorb, da in der geheizten Kabine nur zwei Personen Platz haben.

Ich habe grössere Probleme mit zwei Podesten für die Kameras. Der Podestbauer sagt, alles sei bereits kontrolliert und er dürfe nichts mehr ändern. Aber: Ich sehe so, wie die Podeste jetzt errichtet sind, die Piste nicht. Von unserer Seite haben wir den Druck jetzt erhöht und an eine Stufe höher adressiert. Morgen werden wir sehen, was nun läuft.

Morgen früh fahre ich mit einem Auto zu einer möglichen Kameraposition am Gegenhang. Wir haben ein total abgelegenes Haus gefunden und ich bin gespannt, ob wir dort eine Kamera hinstellen dürfen. Natürlich interessiert mich auch, was ich von dort alles sehen kann. Zum Glück haben wir für die beiden ausgefallenen Kameraleute Ersatz gefunden. Morgen setze ich darum die Kameraeinteilungsliste noch einmal neu auf. Ich hoffe, dass nicht noch jemand ausfällt.

Wir fahren jeden Morgen mit Bussen zur Arbeit. In diesen Busen hat es ganz grosse Fernsehmonitore. Wir haben gefragt, ob wir Fernsehen schauen dürfen. Der Fahrer klärte uns aber auf, dass man nicht Fernsehen schauen kann, sondern Karaoke. Einer unserer Crew hat versucht, den Hit «Gangnam Style» des koreanischen Rappers Psy zu singen. Das dauerte aber nur 30 Sekunden, dann wurde er vom Mikrofon vertrieben.

Zum Essen gab es heute Suppe, dieses Mal mit Nudeln. Nur leicht scharf, hat man mir erklärt. Aber eben: «nur leicht scharf» heisst für mich extrem scharf.

Beni Giger

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