Kamelger bemängelt negative Haltung

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Rehetobel Die Verantwortlichen der Sports Medicine Excellence AG (SME) haben kein Verständnis für den Beschluss des Rehetobler Gemeinderates, auf die Verlängerung des Baurechtsvertrags für die Sportsclinic zu verzichten. Sowohl die Abstimmung im November 2015 als auch die Ergebnisse der Petitionen würden zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Projekt der Sportsclinic steht. Nicht zuletzt der Einsatz der Petitionäre sei eine hilfreiche Unterstützung gewesen.

Die Investoren haben der Gemeinde im Sommer einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Demnach hätten die Stimmberechtigten über eine sechsmonatige Fristverlängerung abstimmen können. Auch wenn die zuständigen Kantonsbehörden inzwischen das Projekt zuhanden der Baubewilligungskommission Rehetobel als nicht bewilligungsfähig beurteilt haben, bedeute das nicht zwingend das Aus für die Sportsclinic. Es sei selbstverständlich, dass ein Projekt dieser Grössenordnung überarbeitet werden müsse, so Florian Kamelger, CEO der SME.

Kamelger kritisiert, dass der jetzige Gemeinderat, die Einsprecher und der WWF Schweiz die mangelhafte Verkehrserschliessung dazu nutzen würden, das Projekt als «nicht bewilligungsfähig» zu bezeichnen. Und weiter: Obwohl die Gemeinde seit Jahren vom Problem beim Einlenker Oberstrasse Ost in die Kantonsstrasse wisse, habe sie dies in Gesprächen mit den Investoren zu keinem Zeitpunkt erwähnt.

Die vom Gemeinderat eingebrachte Idee der Leerstandsmiete für die Liegenschaft «Ob dem Holz» sehen die Initianten als unüblich an. Dass dieser Punkt nun gegen die Investoren verwendet werde, verdeutliche die negative Haltung des Gemeinderates gegenüber dem Projekt, findet Kamelger.

Andere Gemeinden haben Interesse

Kein Verständnis hat Florian Kamelger dafür, dass der Gemeinderat gewisse Zweifel am Geschäftsmodell der SME geäussert hat (Appenzeller Zeitung vom 30. September 2017). Dies, nachdem die Geschäftsprüfungskommission das Projekt intensiv geprüft und als empfehlenswert beurteilt habe. Florian Kamelger sagt: «Es gibt andere Gemeinden, die dem Projekt einer Sportsclinic positiv gesinnt sind.» Er verweist auf das deutsche Bad Wiessee. Dort erteilte das zuständige Landratsamt diesen Monat die Baubewilligung für ein «Mammutprojekt» mit einem Aktivitätshotel der Luxusklasse und einem Medizinzentrum mit zwei Operationssälen und Behandlungsräumen.

Nicht äussern möchte sich Kamelger dazu, ob Rehetobel weiter als Standort für eine Sports­clinic der SME in Frage komme. Zuerst gelte es eine geschäftliche und juristische Analyse vorzunehmen.

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch