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Ein Buch als Kaleidoskop des Alltags

Der unlängst erschienene «Innerrhoder Geschichtsfreund» 2018 setzt sich in fünf Beiträgen mit Aspekten des Alltagslebens in Appenzell Innerrhoden im 20. Jahrhundert auseinander.
Sandro Frefel
Schlafsaal im Kollegium Appenzell, 1942. Im Unterschied zu den anderen Schlafsälen verfügte hier jedes vierte Brünneli über einen Warmwasserhahn. Bild:PD

Schlafsaal im Kollegium Appenzell, 1942. Im Unterschied zu den anderen Schlafsälen verfügte hier jedes vierte Brünneli über einen Warmwasserhahn. Bild:PD

Erziehung am Kollegium, Wirtshaus Gemsle in Weissbad, Tuberkulose-Fürsorge, Milchsammelstellen und Milchverwertung sowie Johannes Hugentobler sind die Hauptthemen des neuen «Innerrhoder Geschichtsfreunds».

Das Kollegium St. Antonius war 1908 als «Lehr- und Erziehungsanstalt» errichtet worden. Den Knaben und jungen Burschen sollte unter Anleitung der Kapuziner nicht nur Wissen, sondern auch die sittlichen und religiösen Ideale der katholischen Kirche vermittelt werden, und zwar im damaligen Selbstverständnis von «Zucht und Ordnung». Josef Küng stellt in seinem Beitrag die Schulreglemente der Alltagspraxis des Schulbetriebs gegenüber. Anhand von konkreten Disziplinarfällen zeigt er auf, wie die Kapuziner Verfehlungen der Zöglinge differenziert, aber durchaus konsequent beurteilten. Deutlich wird, wie der strikt gehandhabte Kollegiumsalltag zunehmend mit der liberaler werdenden Erziehungspraxis und mit dem gesellschaftlichen wie auch religiösen Aufbruch kollidierte. Das Disziplinarsystem wurde seit den 1960er-Jahren schrittweise gelockert und an die neuen Realitäten herangeführt.

Wirtshaus-Alltag im «Gemsle»

Rebekka Dörig-Sutter wertet in ihrem Beitrag eine besondere Quelle aus: Das Wirtshaus-Tagebuch der «Gemsle»-Wirtin Amalie Knechtle (1890–1967) in Weissbad zwischen 1936 und 1950. Die kurzen, aber vielfältigen Einträge geben Einblick in den Alltag einer Frau, die als Ehefrau, Mutter und Geschäftsfrau während einer schwierigen Zeit auf vielfältigste Weise gefordert war. Es wird anschaulich dargelegt, wie eine solche, auf den ersten Blick geschäftlich-trocken erscheinende Quelle mit Blick auf Alltägliches und Unscheinbares erfolgreich ausgewertet werden kann.

Von der Tuberkulose-Fürsorge zur Lungenliga

Die Lungenliga Appenzell Innerrhoden fusionierte 2017 mit der Lungenliga St. Gallen. Im Rahmen eines Forschungsauftrages untersuchte Achilles Weishaupt die Geschichte und Entwicklung des lokalen Tuberkulosen-Fürsorgevereins resp. der daraus hervorgegangenen Lungenliga. Seine Schilderungen zeigen, dass die Tuberkulose noch vor nicht allzu langer Zeit auch in unserer Gegend eine relevante Gesundheitsgefahr darstellte.

Geistige Landesverteidiger um Johannes Hugentobler

Zusammen mit Gleichgesinnten aus Appenzell engagierte sich der Kunstmaler Johannes Hugentobler (1897–1955) in der so genannten Aufgebot-Bewegung. Diese setzte sich in den 1930er-Jahren in der Deutschschweiz im Rahmen der Geistigen Landesverteidigung für eine Rückbesinnung auf alteidgenössische Tugenden und Traditionen ein. Sandro Frefel zeigt in seinem Beitrag die Ziele, Ideale und Aktivitäten der Ortsgruppe Appenzell auf und stellt einen Bezug zum Werk von Johannes Hugentobler her.

Entwicklung der Milchverwertung

Emil Manser, «Strübler», unternimmt als langjähriger Präsident des Appenzellischen Milchsammelstellen-Verbandes eine persönlich geprägte Rückschau auf die Entwicklung der Milchverwertung in Appenzell Innerrhoden. Die Appenzeller Milchbauern suchten und fanden im Spannungsfeld von Politik und Markt immer wieder Lösungen auf neu gestellte Herausforderungen: Während etwa in früheren Jahrzehnten die Alpkäserei weitgehend verschwand, wird in jüngerer Zeit wieder vermehrt vor Ort auf unseren Alpen gekäst. Ergänzt wird der Beitrag mit einer Fotoserie der Appenzeller Fotografin Corinne Kunz zur Milchsammelstelle Meglisalp.

Der «Innerrhoder Geschichtsfreund» ist am Schalter des Museums Appenzell, der Tourist Info oder direkt beim Historischen Verein Appenzell (www.hvai.ch) erhältlich.

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