Käse über Kantonsgrenze gezügelt

Die Züger AG, Handels- und Produktionsfirma von Appenzeller Käse, konzentriert sich fortan auf den Standort Wald-Schönengrund. Der bisherige Käsekeller in Appenzell wird an die Dörig Käsehandel AG aus Urnäsch vermietet.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen
Marco Züger im neuen Käsekeller, wo 35 000 Laibe lagern. Täglich werden rund 300 neue produziert. (Bild: rf)

Marco Züger im neuen Käsekeller, wo 35 000 Laibe lagern. Täglich werden rund 300 neue produziert. (Bild: rf)

SCHÖNENGRUND. Im neuen Käsekeller der Züger AG an der Hauptstrasse 48 in Wald-Schönengrund zeigt sich ein imposantes Bild: 35 000 Käselaibe lagern auf über 25 Etagen. Eine computergesteuerte Maschine, die sieben Tage à 17 Stunden läuft, holt die einzelnen Laibe in regelmässigen Abständen und bepinselt diese mit Kräutersulz – einem gut gehüteten Geheimrezept.

In den letzten Monaten hat die Züger AG als Händlerin und Veredlerin von Appenzeller Käse ihren Standort in Wald-Schönengrund komplett modernisiert. Nebst dem neuen Käsekeller gibt es auch neue Gerätschaften für die Käseproduktion, das Salzbad und die Molkeproduktion. Ebenso wurden die Kühlräume und die Technik erneuert. Und wie viel hat das Ganze gekostet? «Mehrere Millionen Franken», sagt Geschäftsführer Marco Züger. Wie er weiter ausführt, kam das Unternehmen mit der bisherigen Infrastruktur an seine Kapazitätsgrenzen. Sieben Millionen Liter Milch würden heute pro Jahr verarbeitet. Dies seien siebenmal mehr als noch vor zehn Jahren. Und bereits denkt Züger über weitere Entwicklungen nach. Erste Abklärungen bezüglich einer nochmaligen Vergrösserung des Käsekellers würden laufen.

Der Käseladen bleibt

Der bisherige Käsekeller in Appenzell wird an die Dörig Käsehandel AG aus Urnäsch, einem Unternehmen der Migros Gruppe, vermietet. Das Gebäude an der Rütistrasse bleibt weiterhin in Besitz der Züger AG. Diese wird sich gemäss Marco Züger auch nicht komplett aus Appenzell zurückziehen. Der Sitz des Unternehmens bleibe weiterhin dort. «Auch betreibt die Züger AG nach wie vor den Käseladen an der Umfahrungsstrasse», so Züger. Dieser sei jeweils von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Weiterhin in Appenzell stationiert bleiben zudem die drei Lastwagen, welche den Käse zu den Kunden transportieren.

Die Hälfte der bisherigen Mitarbeiter in Appenzell wird von der Dörig Käsehandel AG übernommen, der Rest arbeitet weiterhin für die Züger AG. In Wald-Schönengrund geht Marco Züger davon aus, die Zahl der Mitarbeitenden von heute 14 um zwei bis drei Personen aufzustocken.

Keine Änderung für Kunden

Dank der Investitionen in Käserei und Käsekeller in Wald-Schönengrund muss die Züger AG den fertigen Käse fortan nicht mehr nach Appenzell fahren, um ihn reifen zu lassen. Für die Kundschaft selbst ändert sich nichts. Statt von Appenzell aus wird diese nun einfach von Wald-Schönengrund aus beliefert.

Das Käsegeschäft bezeichnet Marco Züger grundsätzlich als zufriedenstellend. Da aber zwei Drittel des Appenzeller Käses exportiert würden – vorwiegend nach Deutschland –, seien sie sehr währungsabhängig. Doch der starke Name helfe in dieser Situation. «Wir können nicht einfach kopiert werden», sagt der Geschäftsführer.