Kämpfer für die Betagten

Der in Herisau aufgewachsene Daniel Grob ist Chefarzt der Klinik für Akutgeriatrie am Zürcher Stadtspital Waid. Appenzell Ausserrhoden sei ein «geriatrisches Labor», sagt er. In einem Vortrag vom 11. Januar gibt er darüber Aufschluss.

Markus Fässler
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Daniel Grob will, dass die Geriatrie den Stellenwert erhält, den sie verdient. (Bild: Markus Fässler)

Daniel Grob will, dass die Geriatrie den Stellenwert erhält, den sie verdient. (Bild: Markus Fässler)

Zürich/Herisau. Daniel Grob: Chefarzt der Klinik für Akutgeriatrie des Zürcher Stadtspitals Waid, Kämpfer für die Betagten und Mitglied des Ausserrhoder Gesundheitsrates. Seit Jahren setzt er sich dafür ein, dass die Geriatrie den Stellenwert in der Medizin erhält, den sie verdient.

Im Jahr 1991 trat er die Oberarztstelle im Waidspital an. Seit den 90er-Jahren bis 2008 befand sich das Spital in einer Umbauphase. Es benötigte zudem einen Geriatrieneubau. «Das war natürlich eine Riesenchance», sagt Daniel Grob. Er bemühte sich als Oberarzt und seit 2001 auch als Chefarzt sehr darum, dass ein altersgerechter Neubau erstellt würde. Dies nach dem Muster von ähnlichen ausländischen Projekten wie in Lyon oder Ulm. 2003 fand die Einweihung der neuen Geriatrieklinik statt. Er sei damals erstaunt gewesen, wie sehr die Klinik dank des Neubaus an Ansehen gewann.

Die Patienten fühlen sich gemäss Grob nicht mehr abgeschoben.

«Alte Menschen sind keine Last»

Ein Thema, auf das Daniel Grob gerne zu sprechen kommt, ist die Demographie des Alters. Er wehre sich entschieden dagegen, dass die betagten und hochbetagten Menschen in der Schweiz als Last abgestempelt werden. «Man muss akzeptieren, dass die demographische Entwicklung eine Tatsache ist», sagt Grob.

Als Beispiel nennt er den Kanton Appenzell Ausserrhoden, der im Jahr 2030 gemäss Statistik des Bundesamtes für Gesundheit schweizweit am meisten Personen über 65 Jahre und älter haben wird. Sollten diese Voraussagen eintreffen, sei Ausserrhoden wegen der demographischen Herausforderung ein geriatrisches Labor, sagt Daniel Grob. Der Ausserrhoder Regierungsrat hat letztes Jahr den Gesundheitsrat ins Leben gerufen.

Dieser soll das Departement Gesundheit in Belangen des Gesundheitswesens beraten und zu Fragen der Gesundheitspolitik Stellung nehmen. «Aus Gründen der demographischen Entwicklung des Kantons habe ich mich gerne dazu bereit erklärt, im Gesundheitsrat mitzuarbeiten. Zudem kann ich mich so auch dem Kanton erkenntlich zeigen für die schöne Jugendzeit und die Unterstützung, die er mir während des Medizinstudiums zukommen liess», so der Herisauer.

Früh bewusst geworden

Geboren und aufgewachsen ist Daniel Grob in Herisau. Danach ging es an die Kantonsschule St. Gallen, die er nur dank seines Bürgerorts Hemberg SG besuchen konnte. Bereits während seiner Sekundarschulzeit fasste er den Entschluss, später einmal Arzt zu werden. «Im Skilager in der ersten Sek habe ich mir ein Bein gebrochen und lag danach drei Wochen im Spital Herisau.

Gut möglich, dass mich diese Zeit so sehr beeindruckt hat, dass ich später Arzt werden wollte», sagt Daniel Grob. Daher liess er auch die damals noch nötigen Lateinstunden über sich ergehen. Ausserdem ist er in einer sehr sozialen Familie aufgewachsen. Sein Zwillingsbruder Martin Grob ist Gründer und Geschäftsleiter der Stiftung Tosam.

Auch sein sozial eingestellter Vater prägte seine Jugend: «Es war mir immer klar, dass ich einen Beruf mit sozialen Aspekten, bei dem ich Menschen helfen kann», sagt der 55-Jährige.

Nach der Matur folgte das Studium in Bern. 1981 erlangte er das eidgenössische Diplom, 1983 doktorierte er. In den folgenden Jahren war er als Arzt in der Gerichtsmedizin, der Psychiatrie, der Inneren Medizin sowie in der Forschung tätig.

Eine Rückkehr heute ins Appenzellerland kann sich der im zürcherischen Rheinau wohnende Daniel Grob nicht vorstellen: «Nach mehr als 20 Jahren bin ich zu stark in Zürich und Rheinau verwurzelt», sagt er.

Bild: Markus Fässler

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