Kälte und Hitze, Wölfe und Bären

Der Appenzellische Schafzuchtverband hat ein Jahr mit extremen Wetterwechseln hinter sich. An der Delegiertenversammlung waren Grosswildtiere und die Sorge um die Schafe ein Thema.

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WALD. Im Appenzellischen Schafzuchtverband sind fünf Schafzuchtvereine Ausserrhodens zusammengefasst. 65 Züchter halten ungefähr 1200 Zuchttiere; gesamthaft beträgt der Bestand an Schafen in Ausserrhoden gut 9000. Rund 30 Delegierte trafen sich am Freitag im Restaurant Linde, Wald, zur ordentlichen Delegiertenversammlung. Die traktandierten Geschäfte warfen keine hohen Wellen.

Ein wichtiges Thema war 2012 die Ausbreitung des Wolfes im Calanda-Gebiet. «Die vom Bund geforderten Herdeschutzmassnahmen zeigen einigen Erfolg, sind aber kostenintensiv und nicht überall gleich durchführbar. Die Umsetzung in unserem kleinen Kanton wird uns beschäftigen», sagt Sepp Sennhauser, der Präsident des Appenzellischen Schafzuchtverbandes.

Verzicht auf Wiederansiedlung?

Wolfsstreifzüge durch das Appenzellerland könnten in naher Zukunft Realität werden. Wenn der natürliche Lebensraum nur an wenigen Orten gegeben sei und fast jedes Tier hohe Kosten verursache, sollte auf eine gezielte Wiederansiedlung verzichtet werden. Der Bär im Kantonswappen und im Wappen mehrerer Gemeinden sei zwar ein Zeugnis früherer Existenz dieses Tieres in der Region. Aber die «Schäfeler» seien in Sorge wegen ihrer Tiere, sagt Sepp Sennhauser. «Man muss dabei auf die Verhältnismässigkeit achten.» Als der Luchs aufgekommen sei, habe es ein «Aufheulen» gegeben, es zeige sich aber, dass der Luchs für die Züchter und Halter kein Problem sei.

Schnelle Beine notwendig

Unklar seien die Auswirkungen der zukünftigen Agrarpolitik für die Schafzucht- und Schafhalterbetriebe, meint Sepp Sennhauser. «Es ist wichtig, dass sich diese vermehrt auf die Bedürfnisse des Konsumenten ausrichtet.» Im Verlauf der Delegiertenversammlung blickte Sepp Sennhauser auf Aktivitäten des Verbandes zurück. Er ging in seinem Jahresbericht auf die extremen Wetterwechsel ein: Im Februar herrschte eisige Kälte, im August fast eine Jahrhunderthitze, und Ende November kehrte der Winter mit Rekordschneemengen zurück.

«Für Bauern und Schäfeler brachte das Jahr eine Rekordernte an Futter, es verlangte aber auch Entscheidungsfreude und schnelle Beine, konnte es doch schon kurz nach Sonnenschein wie aus Kübeln giessen.» Siloballen (sprich «Angstballen») machen, sei Trumpf gewesen. (pf)