Kälbermarkt in Lichtensteig gesperrt

Vor 100 Jahren

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Vor 100 Jahren

25. Dezember: Wattwil. Weihnachten im Felde feiern. Freilich mancher wäre jetzt lieber daheim im traulichen Kreise, doch auch hier sind wir in Weihnachtsstimmung und erleben Weihnachten. Rings um uns Völkerkämpfe und unser Land ist wie durch ein gültiges Schicksal bisher davor verschont geblieben; Frieden im Krieg, und Weihnachtszeit ist auch Friedenszeit. Hoffen wir, dass wir Schweizer durch diese ganze Kriegszeit weiter solche wahre Weihnachten uns erhalten können. So hebt auch uns ein Gedanke empor in dieser Zeit über alle Kleinigkeiten und persönlichen Sorgen. Und noch etwas durften wir erfahren, nämlich, dass unsere Heimatgemeinde Wattwil ihrer Soldaten im Felde in dieser Weihnachtszeit auch gedenkt und uns das spüren liess in manchen Weihnachtspaketen mit gut gewählten Geschenken.

Vor 50 Jahren

23. Dezember: Lichtensteig. Wie wir erfahren, hat der Regierungsrat nun auch als letzten der st. gallischen Märkte den reduzierten Kälbermarkt in Lichtensteig gesperrt. Ab sofort und bis auf weiteres wird in Lichtensteig kein Markt mehr abgehalten. Schon der Kälbermarkt vom Montag stand unter scharfer Kontrolle, welche der Kantonstierarzt Dr. Krapf und der Markt-Tierarzt, Dr. Hess, veranlasst hatte. Diese Vorschriften waren die folgenden gewesen: 1. Der Vorplatz (Zufahrtsplatz) der Kälberhalle in Lichtensteig ist in genügender Dichte mit Chlorkalk zu bestreuen. 2. Beim Eingang in die Markthalle vom Abladeplatz her ist eine möglichst breite und tiefe Sägemehlmatte herzurichten und diese mit zweiprozentiger Aetznatronlösung genügend durchzutränken. 3. Durch laufende Polizeipatrouillen ist jeglicher Handel auf der Strasse und vor dem Eingang zur Markthalle zu unterbinden. Die Käufer dürfen sich erst mit den Tieren befassen, nachdem diese die Sägemehlmatte und die polizeilichen sowie die tierärztlichen Marktkontrolle passiert haben. 4. Der Markt ist nur geöffnet gewesen für Kälber, die zur sofortigen und direkten Schlachtung bestimmt sind. Die Marktpolizei hat auf den betreffenden Gesundheitsscheinen den Vermerk aufzubringen: Zur direkten Schlachtung. Auch eine Rücknahme des Kalbes durch den Besitzer ist verboten.

23. Dezember: Bächle Hemberg. Nun sind im Gebiet St. Peterzell-Stafel und Bächle Hemberg, drei neue Fälle von Maul- und Klauenseuche aufgetreten.

Vor 20 Jahren

27. Dezember: Säntis. Neue Besuchergalerie auf dem Säntisgipfel geöffnet. Im Rahmen des Um- und Neubauprogrammes «Säntis 2000» wird auf dem Kommunikationsberg auch der Zugang zum Säntis-Gipfel auf 2502 m über Meer mit einer neuerstellten Besuchergalerie optimiert. Mit der Massnahme ist es den Gästen möglich, die Aussicht von der Wetterwarte aus noch häufiger zu geniessen.

Vor 10 Jahren

28. Dezember: Kirchberg. Wacholder-Latwerge herzustellen ist für Familie Egli Tradition: Ihre Vorfahren begannen damit vor 180 Jahren. Die bäuerlichen Vorfahren hätten sich frühzeitig einen Nebenerwerb geschaffen, wie er heute für viele Landwirte zur Notwendigkeit geworden ist. «Mein Vater erzählte mir, wie mein Urgrossvater mit dem Stier nach Konstanz reiste, um dort von einem Händler die Wacholderbeeren abzuholen», erinnert sich Hans Egli. Er erzählt, wie sein Urgrossvater die beschwerliche Heimreise einmal in Frauenfeld unterbrechen musste, weil er seine Geldtasche in einem Gasthof in Konstanz hatte liegen lassen. Der Stier wurde angebunden, der Weg zurück unter die Beine genommen, und – die Geldtasche war noch da, so Egli. Auch an den deutschen Händler erinnert sich Hans Egli. In den Kriegsjahren sei er eines Tages auf dem Hof in Wolfikon gestanden, ohne Beeren, weil in Europas Wäldern höchstens noch zum Überleben gesammelt wurde, dafür mit dem Geld, das Eglis Vater ihm einmal als Vorauszahlung gegeben hatte. Noch heute merkt man Hans Egli die Ehrfurcht an, die er damals als kleiner Junge empfunden haben muss, als der ehrliche Fremde das eingenähte Geld aus seiner Kleidung schälte. Produziert wird ungefähr einmal im Monat, je nach Nachfrage. Dabei helfen die Enkelkinder mit. Die Wacholder-Latwerge ist eben eine Familienangelegenheit.

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