Jungwächtler auf der Jagd nach Bösewicht

Die Jungwacht Bütschwil ist im Sommerlager in Bellelay. Montag, 11. Juli: Unter dem Motto «Kopfgeldjäger treffen JWB» werden wir gegen die berüchtigtsten Banditen des Wilden Westens kämpfen.

Christian Vogel
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Die Jungwacht Bütschwil ist im Sommerlager in Bellelay.

Montag, 11. Juli: Unter dem Motto «Kopfgeldjäger treffen JWB» werden wir gegen die berüchtigtsten Banditen des Wilden Westens kämpfen. Wir helfen den drei Kopfgeldjäger-Brüdern Tuco, Antonio und Pablo Moreno, ihren von den Banditen entführten ältesten Bruder wiederzufinden. Zur Vorbereitung auf das Lager erhielten alle Teilnehmer einen Brief vom Sheriff von Bellelay. Darin schreibt er, dass die drei verbleibenden Kopfgeldjäger-Brüder zwei Banditen festgenommen haben. Allerdings findet deren Übergabe aus Sicherheitsgründen am Bahnhof Bütschwil statt. Der Sheriff würde gerne den Kopfgeldjägern das Lösegeld zahlen, doch er musste seine Schatztruhe sichern und hat diese darum mit einer Kette verschlossen. Jedes Kind erhielt zum Brief einen Schlüssel.

Am Montag kamen am Bahnhof Bütschwil alle Jungwächtler mit ihren Eltern zur Abreise in Sommerlager. Die Kutsche mit den Kopfgeldjäger-Brüdern und den gefangenen Banditen fuhr vor, und sie wurden dem Sheriff übergeben. Dieser holte die Truhe hervor, und jedes Kind konnte mit seinem Schlüssel versuchen, sie zu öffnen. Einem Kind gelang dies, und der Sheriff konnte den Kopfgeldjägern die Belohnung übergeben.

In Bellelay erwartete uns schönes Wetter, und so ging der Lagerplatzaufbau zügig voran. Am Abend erschien erstmal der Sheriff. Er händigte uns das erste «Wanted»-Plakat im typischen Wildwest-Style aus. Darauf war ein Bösewicht zu sehen, der als Stadt- und Ordnungsliebhaber bekannt war. Mit unserem Lagerplatz, der mittlerweile einer echten Western-Stadt gleicht, sind wir gut ausgerüstet. Was uns noch fehlt, sind solide Regeln fürs Zusammenleben. Spätabends machten wir uns in Gruppen getrennt in die Umgebung auf. Wir trafen auf Einheimische, lernten von ihnen wichtige Verhaltensregeln fürs Zusammenleben und erkundeten die Verhältnisse rund um den Lagerplatz.

Dienstag, 12. Juli: Am zweiten Tag sind wir immer noch auf der Suche nach dem Banditen, der Wert auf ein schönes Westerndorf und ein geregeltes Zusammenleben legt. Wir entschlossen uns, unsere Westernstadt noch zu perfektionieren. So durfte jede Gruppe individuell ihr Übernachtungszelt verschönern. Die Kinder bauten Schuhgestelle, Anbauten aus Blachen, Holzböden für den Zelteingang oder schnitzten dekorative Figuren. Zudem erhielt jedes Zelt ein typisches Wildwest-Schild, damit man ab sofort alle Orte mit Funktion benennen konnte. Am Nachmittag wurden die Vorschläge der Dorfbewohner über ein gutes Zusammenleben zu verbindlichen Lagerregeln umgewandelt. Später tauchten zwei Indianer auf und schenkten uns einen Marterpfahl, der kunstvoll geschnitzt und verziert ist.

Wir haben nun ein schönes Dorf und führen ein friedliches Lagerleben, ideale Verhältnisse also, um den Banditen anzulocken. Kurz vor dem Abendessen tauchte er dann tatsächlich auf, doch wir konnten ihn nicht überwältigen, und er floh in den nahegelegenen Spielwald.

Zusammen beschlossen wir, im Wald zwei Burgen aufzubauen und damit nochmals ein Dorf nachzubilden. Mit diesen Burgen spielten wir ein actionreiches Nachtgeländespiel und konnten den Bösewicht definitiv anlocken. Wir überwältigten ihn und fesselten ihn an den Marterpfahl.

Mittwoch, 13. Juli: Wir «verkauften» den Bösewicht an den Sheriff und erhielten dafür das versprochene Kopfgeld. Der Bösewicht hinterliess uns seltsamerweise eine Mundharmonika. Wir wussten allerdings nicht, was das zu bedeuten hatte. Kurz darauf besuchte uns der Sheriff mit einem neuen «Wanted»-Plakat. Darauf war ein Bösewicht zu sehen, der vor dem Bahnhof Sonceboz-Sombeval durchrannte. Nun hiess es: nichts wie hinterher! Die Wanderung führte uns bei leichtem Regen mitten durch den schönen Berner Jura.

Am Bahnhof fanden wir eine Ausgabe der Zeitung «20 Minuten». Als Schlagzeile prangerte gross auf der Titelseite: «Gangster verbreitet Angst und Schrecken vor Hallenbad Bévilard». Wir nahmen den Zug nach Bévilard und liefen schnurstracks zum Hallenbad. Dort konnten wir den Bösewicht aufspüren, überfallen und fesseln. Als Belohnung gönnten wir uns einen tollen Nachmittag im Hallenbad. Auf dem Lagerplatz zurück, übergaben wir ihn wieder dem Sheriff und erhielten dafür die ausgesetzten 500 Franken. Wiederum liess der Bösewicht etwas liegen, dieses Mal eine seltene Pflanze aus dem Wilden Westen, den Steppenläufer.