Jungviehstall ist fertiggestellt

Auf der Alp Schönenboden haben sich kürzlich die Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinde Krummenau versammelt. Dies, um den Jungviehstall zu besichtigen, der seit letztem August dort erstellt wurde. Die Bauarbeiten verliefen teilweise unter erschwerten Umständen.

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Der Jungviehstall auf der Alp Schönenboden konnte nach langen Abklärungen mit Bund und Kanton termingerecht fertiggestellt werden. Der Spatenstich war im August, das Aufrichtefest hat kürzlich stattgefunden. (Bilder: pd)

Der Jungviehstall auf der Alp Schönenboden konnte nach langen Abklärungen mit Bund und Kanton termingerecht fertiggestellt werden. Der Spatenstich war im August, das Aufrichtefest hat kürzlich stattgefunden. (Bilder: pd)

KRUMMENAU. Am Sonntag vor Pfingsten war es so weit, die Bürger der Ortsgemeinde Krummenau konnten «ihren» neuen Jungviehstall auf der Alp Schönenboden besichtigen. «Der Termin war nicht einfach zu bestimmen», sagte Noldi Schwizer, Präsident des Ortsverwaltungsrates der Ortsgemeinde. Im Herbst sei es zu spät geworden und ausserdem der Stall noch nicht ganz fertig. Im Frühjahr konnte man wegen des Schnees auch nicht allzu früh zu einem Aufrichtefest einladen, führte Schwizer weiter aus.

Viele Vorabklärungen nötig

Das Ziel, das Fest durchzuführen, wenn der Stall fertig, aber noch nicht durch Vieh bestossen ist, wurde nun mit diesem Datum doch noch erreicht. Bei idealem Wetter marschierten Erwachsene und Kinder Richtung Alpstall.

Zum Aufrichtefest wurden jene Personen eingeladen, die in irgendeiner Form zum Gelingen des Bauwerkes beigetragen haben, speziell natürlich die beteiligten Handwerker. Noldi Schwizer bedankte sich bei den Handwerkern für ihren Einsatz auch bei schlechtem Wetter und bei Rosam Egli, der viele Stunden in die Zufahrtsstrasse Ijental investiert hat. Ohne diese Instandhaltung wäre es manchem Handwerker nicht möglich gewesen, auf die Alp zu fahren. Er dankte aber auch seinen Verwaltungsratskollegen, die im vergangenen Jahr einige Stunden Mehraufwand auf sich genommen haben, damit alles rund über die Bühne gehen konnte.

Die Ortsgemeinde Krummenau ist im Jahr 2009 aus der Katholischen Ortsbürgerkorporation Neu St. Johann und der Evangelischen Ortsbürgerkorporation Krummenau entstanden. Schon damals war bekannt, dass im oberen Schönenboden die Zufahrt und die Gebäude erneuert werden müssen. Die Zufahrt ab der Unterstegen wurde zwei Jahre später erstellt. Vor einigen Jahren plante man, dass ein neuer Jungviehstall als Ersatz für die beiden bestehenden Alpgebäude bis Ende 2015 erbaut sein würde. «Wie ihr sehen könnt, konnten beide Vorhaben – teils nach langen Vorabklärungen und Verhandlungen mit Bund und Kanton – nun doch termingerecht verwirklicht werden», hielt Noldi Schwizer fest.

Bau unter widrigen Umständen

Beim Stall konnte der Spatenstich am 4. August 2014 ausgeführt werden. Das Wetter machte im vergangenen Spätsommer allerdings nicht immer mit. Die Betonarbeiten mussten unter teils widrigen Umständen ausgeführt werden. Der Beton musste vom Stall Unterstegen her zum Schönenboden geflogen werden. Die Baugrube musste nach dem Erdrutsch vom 28. August zusätzlich gesichert werden.

Trotz all dieser widrigen Umstände konnte das Gebäude am 4. Oktober gedeckt werden. Schliesslich konnten der alte Stall Oberschwand und ein Teil des Stalles Spitz abgebrochen werden. Ungefähr Mitte November, also gerade noch kurz bevor der Winter auf der Alp Einzug hielt, konnten die Humusarbeiten ausgeführt werden. Speziell am Bauvorhaben ist, dass das gesamte verwendete Holz aus dem eigenen Wald der Ortsgemeinde stammt und nur ortsansässige Handwerker am Bau beteiligt waren.

Das neue Gebäude im Schönenboden besteht aus einem Anbindestall, einem Stallteil mit Liegeboxen und einem Laufstall für die ganz kleinen Kälber. Die Idee ist, dass der Stall jederzeit umgerüstet werden kann.

Erfahrungen sind eingeflossen

Christian Lieberherr hat als Planer gewirkt. Pächter Willi Strübi war selbst sehr oft vor Ort und konnte seine praktischen Bau- und Tierhalter-Erfahrungen einfliessen lassen. So ist ein für Mensch und Tier gefreutes und sinnvoll eingerichtetes Gebäude entstanden. Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Bau gelungen ist und die Tier- und Gewässerschutzvorschriften nun viele Jahre zu keinen Diskussionen mehr Anlass geben dürften.

Besichtigen und fachsimpeln

Nach der Besichtigung des Stalles wurde ausgiebig gefachsimpelt. Dazu gab es verschiedene Salate sowie Fleisch und Wurst vom Grill, anschliessend wurde Kuchen aufgetischt. Es bot sich ausserdem die Gelegenheit, etliche Fotos am Bildschirm von den Bauarbeiten zu sehen, der extra für diesen Anlass installiert wurde. Für die musikalische Unterhaltung sorgten am Aufrichtefest zwei junge Talente aus Krummenau.

Bei herrlichem Frühlingswetter genossen die Anwesenden die Aussicht auf die umliegenden Alpen und Berge. Es ist schön, dass schon bald die ersten Tiere das neue Gebäude in Beschlag nehmen können. (pd)

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