JUNGUNTERNEHMER: Konstant unternehmerisch unterwegs

An der Hauptversammlung des Trägervereins Jung-Unternehmer-Zentren zeigte sich dessen gute Verankerung in Wirtschaft und Politik. Turbo Separator in Wattwil bot Gastrecht und gewährte interessierende Einblicke.

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Der Betriebsrundgang bei der Firma Turbo Separator AG stiess auf Interesse. (Bild: PD)

Der Betriebsrundgang bei der Firma Turbo Separator AG stiess auf Interesse. (Bild: PD)

Am Rande der 16. Hauptversammlung des Trägervereins Jung-Unternehmer-Zentren (JUZ) wurden kürzlich wie gewohnt Kontakte gepflegt. Netzwerke sind für Jungunternehmerinnen und -unternehmer jeden Alters besonders wichtig, und dafür bietet dieses Zusammentreffen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik einen idealen Rahmen. Monika Scherrer berichtete über die Begleitung von rund 120 Jungunternehmerinnen und -unternehmern und von 470 Beratungsstunden im vergangenen Jahr an den vier JUZ-Standorten Flawil, Gossau, Wattwil und Wil. «Unsere Leistungen bewegten sich im Rahmen des Vorjahres», erklärte die Präsidentin weiter.

Unterstützt durch Sponsoren und Förderer

Und auch 2017 sollen der Start und die ersten fünf Jahre von Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern mit viel Herzblut der JUZ-Akteure und im Rahmen des Budgets von rund 260000 Franken gefördert werden. Dabei geht es immer um Hilfe zur Selbsthilfe und um Impulse und Fachwissen, die den Jungunternehmen zum nachhaltigen Erfolg verhelfen sollen. Das JUZ wird von Förderern, Sponsoren, Gönnern sowie Servicepartnern unterstützt. Nach der Hauptversammlung präsentierte sich die Firma Turbo Separator AG, deren Werkhalle im 2016 bezogenen Neubau in Wattwil die passende unternehmerische Kulisse bot. Mit der Pflege von typisch schweizerischen Werten wie kompetente langjährige Mitarbeiter, Eigenentwicklungen, Präzisionsfertigung, Langlebigkeit der Produkte – die noch fast durchgehend selber gefertigt werden, hat sich das Unternehmen seit der Gründung 1956 zu dem Schweizer Flüssigkeits-Filtrationsspezialisten mittels Zen-trifugaltechnik entwickelt. Über eigene Kanäle und mittels Agenten gelangen bis zu 90 Prozent der Turbo-Separator-Produkte in den Export.

Mit einer eigenen Firma in Schanghai wird der chinesische Markt bearbeitet. Dieser führte für die Wattwiler Unternehmung mit gruppenweit rund 100 Mitarbeitenden jüngst zu einem kurzzeitig auszuliefernden Erstauftrag für massgeschneiderte Zentrifugen. Sie reinigen die Emulsionen, entstehend aus dem Glasschliff für Smartphones, und machen die Flüssigkeit wiederverwertbar. Die Chancen für einen Anschlussauftrag stünden gut, war beim Betriebsrundgang zu erfahren.

Verbesserungen sichern den Erfolg

Die hiesigen hohen Produktionskosten, die Handelserschwernisse als nicht EU-Land sowie die Frankenstärke zwingen das Unternehmen laufend, nach Kostensenkungsmöglichkeiten und Synergien zu suchen. So wird seit der Übernahme eines Konkurrenten die Vielfalt der Modelle reduziert, um bei der Produktion zu grösseren Stückzahlen zu kommen. Auch prüft Turbo Separator, welche Nebenteile Partnerfirmen in der benötigten Qualität kostengünstiger herstellen könnten, als die eigene Produktion dies tut. Als wichtige Erfolgsfaktoren für die Zukunft werden etwa die Modularität und das Produktedesign genannt.

Die Firmenpräsentation zeigte den rund 60 aufmerksamen Jungunternehmern und Vertretern aus Wirtschaft und Politik eindrücklich, dass die Erfolgsrezepte aus der Vergangenheit einer in der Schweiz produzierenden Unternehmung für die Zukunftsbewältigung allein nicht ausreichen. Wer aber die Herausforderungen annimmt und sich anpasst, dem winken durchaus geschäftliche Erfolge. (pd)