Jungschwinger heiss auf Burgdorf

Am Freitag hat Christian Tschumper, der Präsident des Toggenburger Schwingerverbandes, anlässlich der dreissigsten Delegiertenversammlung auf ein erfolgreiches Jahr zurückgeblickt. Die Entwicklungen bei den Jungschwingern lassen ihn auch zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Ralf Folgmann
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NEU ST. JOHANN. Mit dem Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr im Sägemehl hat der neue Präsident Christian Tschumper am Freitagabend die 30. Delegiertenversammlung des Toggenburger Schwingerverbandes eröffnet: «Wir durften viele Höhepunkte erleben.» Gleichzeitig verwies er auf das nächste Eidgenössische Schwingfest 2013 in Burgdorf im Emmental und warnte die Konkurrenz: «Unsere Nachwuchsschwinger nähern sich der Spitze an.»

Über hundert Anwesende

Über hundert Vertreter der Schwingclubs Flawil, Uzwil, Wattwil und Wil haben im Saal des Restaurants Ochsen in Neu St. Johann die abgelaufene Saison Revue passieren lassen. Dabei bezeichnete Christian Tschumper den Doppelsieg durch Daniel Bösch und Ueli Roth beim Unspunnen-Schwinget in Interlaken als «Highlight» seines ersten Jahres als Präsident des Verbandes: «Ruhe, Kraft und der nötige Killerinstinkt – das war eine unglaubliche Leistung und ein grandioser Wettkampf.»

Verein für Schwägalp-Schwinget

Doch auch vom immer grösser werdenden Interesse am Schwingsport zeigte sich Christian Tschumper begeistert. So habe das Schwingfest auf der Schwägalp mit 10 500 Besuchern alle Rekorde gebrochen und sei zum zweitgrössten Event der ganzen Schweiz avanciert – nicht zuletzt dank der vielen Helfer, die unter anderem eine perfekte Tribüne für das Fest aufgestellt hätten. Das freilich hat Folgen: «Auch wenn ich eigentlich nicht der Meinung bin, dass wir gleich einen neuen Verein brauchen – aber um die immer grösseren Zahlen, die damit verbundenen Haftungsfragen und die künftige Zusammenarbeit zwischen den Toggenburgern und den Appenzellern zu regeln, kommen wir um die Gründung eines solchen nicht mehr herum.» Dies hätten ihm Juristen dringend angeraten. Das Sagen in diesem Trägerverein, dessen Gründung bereits in Angriff genommen worden sei, sollten aber nach wie vor die Schwinger haben, befand der Verbandschef.

Auch bei den Mitgliederzahlen geht es seit Frauenfeld stetig aufwärts, wie Christian Tschumper den Delegierten stolz mitteilte. Beim Bubenschwingen hätten sich die Teilnehmerzahlen gar verdoppelt. Die Jugendarbeit trage Früchte, die ihm auch Hoffnung machen würden auf ein erfolgreiches Abschneiden der Toggenburger beim nächsten Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf 2013. «Einige der Jungen haben in dieser Saison ihre ersten Kränze geholt», sagte er zufrieden, «da können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen.» Durch konsequentes Training hätten sich viele Nachwuchsschwinger der Spitze angenähert. Und auch wenn mit 2012 ein an Höhepunkten eher rares Schwingerjahr anstehe, gelte es für den Nachwuchs, weitere Erfahrungen zu sammeln.

«Uns geht die Arbeit nicht aus», konstatierte denn auch der für das Jungschwingerwesen Verantwortliche Hans Trummer in seinem Bericht. Bei den Trainern sei jede Menge Herzblut dabei, um die Jungen an die Aktiven heranzuführen. Und Beat Abderhalden, der technische Leiter, informierte die Anwesenden darüber, dass das optimale Training für Burgdorf jetzt losgehe: «Da sprudeln die Ideen nur so.» Die 10 000 Franken, die aus der Verbandskasse in die Jugendarbeit fliessen, werden ihm da durchaus gelegen kommen.

Fusion zweier Königreiche

Dass die Delegierten ihren Verband in guten Händen sehen, bewiesen sie durch die einstimmige Wiederwahl des Vorstandes um Präsident Tschumper. Eine Anerkennung gab es für die Teilnehmer am Unspunnen-Schwinget. Und zu den herausragenden Anlässen des kommenden Jahres zählen der Toggenburger Verbandsschwingertag am 29. April in Uzwil und der Toggenburger Herbstschwingertag am 2. September im Nesslauer Büelen-Saal.

Die Wahl auf diesen Ort fiel nicht ohne Grund: «Schliesslich steht hier die Fusion von zwei Königreichen an, diejenige von Stein und Nesslau-Krummenau», sagte Gemeindepräsident Kilian Looser in seinem Grusswort. Er stellte seine Gemeinde vor und stellte fest, dass er weibliche Besucher am Verbandstreffen vermisse: «Ich dachte schon, dass Damen hier nicht zugelassen sind.» Das machte dann das gut aufgelegte Singchörli aus der Nesslauer Laad mehr als wieder wett.