JUNGPENSIONÄR: Der Herisauer Fotograf jubiliert

Toni Küng, der Appenzeller mit Wurzeln im Aargau, hat vor 30 Jahren sein Studio für Fotografie eröffnet und rasch die Liebe zum Appenzellerland entdeckt.

René Bieri
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Toni Küng in seinem Fotostudio. (Bild: RB)

Toni Küng in seinem Fotostudio. (Bild: RB)

René Bieri

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Natürlich kann er seine Herkunft nicht verleugnen. Das Idiom ­verrät seine Aargauer Wurzeln, wenn er auch ohne Umschweife erklärt, dass er längst schon Appenzeller geworden ist, Land wie Leute schätzt und Freundschaften pflegt. Sein Weg von Muri nach Herisau war vorgezeichnet, als es darum ging, seinen beruflichen Lebensweg zu gestalten. Er erlernte 1969 das Handwerk als Fotograf bei seinem Schwager Willy Windler, und als er sich am 1. Oktober 1987 entschloss, in Herisau ein eigenes Studio für Fotografie zu eröffnen, war es um den Aargauer definitiv geschehen. Er wurde Appenzeller und feiert in Herisau mit seiner Frau Maya das 30-Jahr-Geschäftsjubiläum.

Ein Fotograf mit vielen Facetten

Toni Küng ist in diesen Wochen 65 geworden, doch das Rentenalter kümmert ihn wenig. Genauso wie er zu Anfangszeiten als einer der ersten Fotografen mit dem komplexen Digitalsystem arbeitete, investierte der Herisauer gerade in diesen Wochen viel Geld, um mit den revolutionären technischen Entwicklungen Schritt zu halten. Es bleibt auch weiterhin seine berufliche Hauptaufgabe, die Gedanken und Bedürfnisse der Werbefachleute bildlich umzusetzen. So hält sich Toni Küng nach wie vor mit der Kamera in Gewerbe- und Industriebetrieben auf und pflegt jahrelange geschäftliche Beziehungen. Sein Betätigungsfeld erstreckt sich dabei auf die gesamte deutschsprachige Schweiz. Und einen Wunsch erfüllt er heute noch gerne. Seit nämlich sein Schwager Willy Windler das Fotofachgeschäft altershalber aufgegeben hat, wurde er von vielen Lehrpersonen vorab im Hinterland um Schulfotos angefragt, und so geniesse er jeweils im Frühjahr in der Schulstube diese kleinen Persönlichkeiten.

Den beruflichen Ausgleich suchte und fand Toni Küng in der Landschaft. Die Kamera war stets griffbereit auf seinen Reisen vorwiegend in asiatischen Ländern, aber vor allem auch in seiner zweiten Heimat, im ­Alpstein beispielsweise. Und manchmal erhielt man auch Einblick in sein Schaffen, wenn er zur Buchvernissage einlud. Manch eine Wohnstube ist geschmückt mit Bildern des He­risauers und in öffentlichen Räumen wie Heimen und Amtsstuben sind Werke von Toni Küng erkennbar. In absehbarer Zeit ist eine Ausstellung auch im Spital Herisau geplant.

Dem Buch und der Kunst verbunden

Doch besonders stolz ist der Herisauer darauf, dass er in den letzten 30 Jahren bei 21 Büchern als Bildautor mitwirken durfte – seine drei eigenen Bücher «Appenzellerland im Wandel der Zeit» und «herisau.ch» – beide Werke sind leider längst vergriffen – sowie sein letztes Buch «Appezeller Loft» nicht mitgezählt. Eine besondere Zuneigung empfand er stets zu Kunstschaffenden wie Hans Schweizer, Gret Zellweger, Werner Steininger, und nicht zuletzt sei auch das Buch mit Werken von Karl Uelliger erwähnt.

Ans Nichtstun denkt der Jungpensionär wie erwähnt nicht. Zu sehr sei er engagiert bei seinen langjährigen, zufriedenen Kunden, und zu sehr spüre er den Rückhalt, die Freude an seinen Bildern in der Bevölkerung.