Jungmetzger aus Afghanistan

LICHTENSTEIG. Jawad Karimi ist seit April 2011 in der Schweiz und ist vorläufig aufgenommener Flüchtling. Der 18jährige Afghane wohnt in Hemberg und hat im Sommer bei Metzger Max Preisig eine Anlehre begonnen: «Fleischfachmann Assistent» heisst es nach zwei Jahren auf dem Diplom.

Hansruedi Kugler
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LICHTENSTEIG. Jawad Karimi ist seit April 2011 in der Schweiz und ist vorläufig aufgenommener Flüchtling. Der 18jährige Afghane wohnt in Hemberg und hat im Sommer bei Metzger Max Preisig eine Anlehre begonnen: «Fleischfachmann Assistent» heisst es nach zwei Jahren auf dem Diplom. Max Preisig ist froh: Geeignete Lehrlinge für den Metzgerberuf zu finden, werde je länger je schwieriger. Ausser drei Jahren Koranschule hat Jawad Karimi keine Schulbildung. In seiner Heimat hat er in der Metzgerei seines Vaters gearbeitet. Nach dem Asylentscheid folgten neun Monate Deutschkurs und ein Praktikum in einer Gärtnerei in Rapperswil-Jona – ein Betrieb, der gerne Praktikanten nimmt, aber keine weiterbeschäftigt. Das ist in der Metzgerei von Roland und Max Preisig (mit 14 Angestellten in Bächli und Lichtensteig) ganz anders: Er habe sofort gemerkt, dass Jawad Karimi motiviert und begabt sei, sagt Max Preisig. Darum hat er ihm nach sechs Monaten Qualifikationsprogramm, das ihm durch Markus Müller von der Repas-Stelle vermittelt wurde, eine Anlehre in seiner Metzgerei angeboten. Die Gemeinde Hemberg hat Hand geboten und übernimmt die Kosten für Wohnung und Krankenkasse. So sei es für ihn auch wirtschaftlich tragbar, sagt Max Preisig. Seine Prognose ist optimistisch: «Wenn sich Jawad Karimi weiter so positiv entwickelt, werde ich ihn gerne auch nach der Lehre behalten.»