Interview

Jungkoch Marco Kölbener gewinnt nationalen Kochwettbewerb

Unter dem Motto «The Art of Beef» kochten am Montag vier Schweizer Jungköche in Bern um Ruhm und Ehre. Der 22-jährige Marco Kölbener vom Hotel Hof Weissbad überzeugte die vierköpfige Jury mit einer Kreation aus Nierenzapfen (Onglet), Ochsenschwanz und Knochenmark.

Claudio Weder
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Grund zur Freude: Marco Kölbener vom Hotel Hof Weissbad kochte sich beim Kochwettbewerb "La Cuisine des Jeunes" zum Sieg.

Grund zur Freude: Marco Kölbener vom Hotel Hof Weissbad kochte sich beim Kochwettbewerb "La Cuisine des Jeunes" zum Sieg.

Marco Kölbener, wie gross ist die Freude über den Sieg?

Zugegeben, ich habe nicht mit einem Sieg gerechnet, weil ich bis zum letzten Moment nicht hundertprozentig zufrieden war mit meinem Gericht. Umso überraschter war ich, als bei der Siegerehrung mein Name fiel. Mir kamen vor Freude die Tränen.

Sie sagten, dass Sie die Teilnahme am Wettbewerb als eine zweite Lehrabschlussprüfung betrachten. Haben Sie diese bestanden?

Ja. Ich konnte mir selbst nochmals beweisen, dass ich kochen kann. Das gibt mir Selbstvertrauen. Alles in allem war es eine tolle Erfahrung. Jede Stunde meiner Freizeit, die ich für die Vorbereitung opferte, hat sich ausgezahlt, und es wird sicher nicht der letzte Wettbewerb gewesen sein. Man hat schliesslich nie ausgelernt.

Im Final kochten Sie vor Presse, Jury und Publikum. Wie kamen Sie damit zurecht?

Die Ablenkung war schon da. Der Moderator wie auch die Jurymitglieder kamen oft vorbei und stellten Fragen. Doch ich habe mich gut auf diese Situation vorbereitet: Ich versuchte mich nicht in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Auch von meinen Gegnern liess ich mich nicht ablenken: Ich kochte mit dem Rücken zu ihnen.

Lief alles nach Plan?

Eigentlich schon – ausser, dass mir die Amaranth-Kruste, die ich auf das Onglet legen wollte, zerbrochen ist. Auch beim Anrichten kam ich leicht ins Schwitzen. Ich wollte die Zeit natürlich bis zum Schluss ausnutzen. Ich versuchte immer, mich auf mich selbst und meine Arbeit zu konzentrieren.

Die stressige Zeit ist nun vorbei. Gönnen Sie sich jetzt eine Erholungspause?

Ich habe zehn Kisten mit Material zum Wettbewerb mitgenommen – vom Küchenbesen bis zur Notfallapotheke. Das ganze Material muss jetzt erstmals geputzt und verräumt werden. Danach werde ich ein paar Tage Ferien machen.

Was kommt als Nächstes auf Sie zu?

Der Gewinner des Wettbewerbs darf gemeinsam mit einem Schweizer Spitzenkoch ein «Winner Dinner» organisieren. Dabei darf ich mein Menu nochmals für rund 50 Leute kochen. Mit dem Preisgeld von 2000 Franken werde ich mir ein Abendessen in einem guten Restaurant gönnen. Denn für uns Köche ist dies die beste Weiterbildung. Man bekommt etwas für den Gaumen und fürs Auge, und erhält zusätzlich Inspiration.