Junge Musikanten reisen nach Ungarn

Jugendorchester Il Mosaico

Rhea Bürgi
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Die Mitglieder des Jugendorchesters Il Mosaico aus Wattwil fanden neben dem Musizieren auch Zeit, die Stadt Budapest zu erkunden. (Bild: PD)

Die Mitglieder des Jugendorchesters Il Mosaico aus Wattwil fanden neben dem Musizieren auch Zeit, die Stadt Budapest zu erkunden. (Bild: PD)

Die Orchesterreise im Frühjahr hat beim Jugendorchester Il ­Mosaico eine lange Tradition. Kürzlich fand eine weitere Ausgabe statt. Mit unserem neuen Konzertprogramm im Gepäck (Brahms Sinfonie Nr. 2 und Beethovens Violinkonzert, mit der fantastischen Solistin Bomi Song) reisten wir dieses Jahr nach Budapest. Die 13-stündige Carfahrt führte uns über München, Salzburg und Wien in die wunderschöne ungarische Hauptstadt.

In der Deák Diák School wurden wir herzlich von unserem Partnerchor empfangen. Wir durften einmal mehr bei Gast­familien wohnen und hatten so die Gelegenheit, uns ein wenig mit der ungarischen Lebensweise und Gastfreundschaft vertraut zu machen. Einerseits standen natürlich Proben und Konzerte mit den ungarischen Jugend­lichen auf dem Programm – mit dem ungarischen Chor führten wir u. a. das «Dettinger Te Deum» von Händel auf. Die ­Zusammenarbeit war inspirierend, und unsere beiden Konzerte wurden vom ungarischen Publikum mit Begeisterung und ­warmem Applaus belohnt. Andererseits durften wir unsererseits eindrückliche Konzerte und Proben besuchen. Im Rahmen des Budapest Spring Festival hörten wir ein Kammermusikkonzert: Es wurde viel ungarische Volksmusik gespielt, darunter Werke des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály. An einem anderen Tag besuchten wir die Liszt-­Akademie, die grösste und beste Musikhochschule des Landes. Dort konnten wir bei der Hauptprobe des Orchesters Komische Oper Berlin dabei sein: Alle ­waren schwer beeindruckt vom Orchester und den Werken, die sie spielten. Vor allem die 4. Symphonie von Gustav Mahler rief allgemeine Begeisterung hervor. Gleichermassen eindrücklich war unser Konzert­besuch kurz vor Abreise in der Stephans­basilika, einer riesigen, prunkvollen Kathedrale: Die gregorianischen Gesänge, die ein Männerchor aus Georgien gefühlvoll interpretierte, gingen unter die Haut.

Natürlich waren auch verschiedene Ausflüge geplant. Bei einer Stadtrundfahrt erfuhren wir viele interessante geschichtliche Fakten und konnten zu Fuss die bekannten Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Kettenbrücke, die Budaer Burg, die Fischerbastei, die Matthiaskirche und natürlich die Donau bestaunen und fotografieren. Auch die riesige Markthalle und das berühmte Gellértbad, das von den Türken gebaut wurde und heute noch als Thermalbad genutzt wird, war einen Besuch wert. Sehr interessant war auch die Besichtigung der grössten Synagoge Europas; unser Reiseführer brachte uns die Geschichte des Judentums – vor allem während des Zweiten Weltkriegs – näher. Auch Tanz durfte nicht fehlen. So bekamen wir eine kleine Einführung in traditionelle ungarische Kreis- und Paartänze. Das brachte uns alle ins Schwitzen, hat aber unglaublich Spass bereitet!

Ein weiteres Highlight war auf dieser Reise die Kulinarik: Wir wurden mit typisch ungarischen Köstlichkeiten wie Gulasch, Strudel, Palatschinken und mehr verwöhnt. Wie jedes Jahr nahmen wir in unserem Gepäck wie auch in unseren Herzen viele schöne Erinnerungen an eine unvergessliche Reise mit nach Hause ins Toggenburg.

Rhea Bürgi