Jung, laut und nass: Als Abschluss der Klimawoche marschierten die Demonstrierenden auch durch Herisau

Im Rahmen der internationalen «Rise up for Change»-Woche wollte die Klimajugend auch im Appenzellerland ein Zeichen setzen. Am Freitag zogen rund 50 Klimaaktivisten durch die Gassen Herisaus.

Smilla Bühler
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Rund 50 Personen trafen sich am Freitagabend auf dem Obstmarkt in Herisau zur zweiten Klimademo in Ausserrhoden.

Rund 50 Personen trafen sich am Freitagabend auf dem Obstmarkt in Herisau zur zweiten Klimademo in Ausserrhoden.

Bild: Smilla Bühler

«Ufe mit dä Klimaziel, abe mitem CO2»: Am Freitag fand in Herisau eine Klimademonstration statt. Mit lauter Musik eröffneten die Klimaaktivistinnen und -aktivisten kurz vor 18 Uhr ihre Zusammenkunft. Rund 50 Demonstrierende versammelten sich auf dem Herisauer Obstmarkt. Von Jung bis Alt war alles mit dabei.

Im Rahmen der internationalen «Rise up for Change»-Woche wurde diese Woche auf der ganzen Welt für das Klima gestreikt. In der Schweiz waren Anfang Woche alle Augen auf Bern gerichtet: Dort besetzten Klimaaktivisten rund 48 Stunden lang den Bundesplatz. Auch im Appenzellerland wollte die Klimajugend ein Zeichen setzen. Die beiden Regionalgruppen, namentlich das Klimakollektiv St.Gallen und die Klimagruppe AR, schlossen sich für die Organisation des Klimastreiks zusammen. Entstanden ist die zweite Klimademonstration auf Ausserrhoder Boden. Zuletzt streikten die Aktivisten vor einem Jahr in Teufen.

Nicht alle Anwohner waren begeistert

Nach einer letzten Aufforderung, Schutzmasken zu tragen, setzte sich der Demonstrationszug in Richtung Oberdorfstrasse in Bewegung. Paula Schindler, Mitorganisatorin des Streiks, sagte: «Wir wollen die Herisauerinnen und Herisauer mit unserer Demo wachrütteln.» Zudem sei es an der Zeit gewesen, im Kantonshauptort zu demonstrieren. Und so marschierte der Demonstrationszug, mit selbst gemachten Schildern und Regenjacken ausgerüstet, durch die Herisauer Gassen.

Aus den Fenstern der anliegenden Häuser folgten den Demonstrierenden neugierige Blicke, vereinzelt wurde applaudiert. Doch nicht alle waren begeistert: Mehrere Passanten machten ihrem Ärger lautstark Luft. Kurz drohte die Situation zu eskalieren, als ein älterer Mann zum wiederholten Male verbal ausfällig wurde und den vorbeiziehenden Demonstranten mit den Fäusten drohte. Jedoch eilten sofort zwei mit Warnwesten gekennzeichnete Organisatoren herbei und konnten die Lage entschärfen.

Zum Ende wurde es nass

Die Demonstrierenden liessen sich ihre gute Stimmung von nichts nehmen, auch nicht vom kaltnassen Wetter. Grösstenteils blieb der Demozug vom Regen verschont. Nur kurz vor Ende öffnete der Himmel seine Schleusen und die Teilnehmenden flüchteten unter ihre Regenschirme. Bei einbrechender Dunkelheit wurden die Abschlussreden gehalten. Dabei betonte eine Rednerin, «dass wir durchaus ausformulierte Klimaziele und Forderungen haben». Dieser Punkt sei in den letzten Tagen häufig von Politikern und Bürgern kritisiert worden: Hauptsache demonstrieren, Lösungen würde die Klimajugend aber keine präsentieren. Dies sei eine falsche Annahme, sagte die Aktivistin in ihrer leidenschaftlichen Rede. Kurz nach sieben Uhr löste sich die Ansammlung auf und die Aktivistinnen und Aktivisten machten sich auf den Heimweg.

Zuvorderst liefen die mit Warnwesten gekennzeichnet Organisatoren.
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Mit einem handbemalten Banner wurden die Teilnehmenden auf dem Obstmarkt empfangen.
Vor Beginn der Demo sprechen sich die Redner ein letztes Mal ab.
Die selbstgemachten Schilder durften natürlich nicht fehlen.
Die Route führte die Demonstrierenden zuerst durch die Oberdorfstrasse.
Mit einem Megafon verschafften sich die Aktivisten lautstark Gehör.
An der Demonstration galt eine strikte Maskenpflicht.
Mit geballten Fäusten für ein besseres Klima.

Zuvorderst liefen die mit Warnwesten gekennzeichnet Organisatoren.

Bild: Smilla Bühler