Julia und Tobias auf dem Märliweg

Ebersol Marc Hasler und Werner Lüönd haben den Märliweg auf die Alp Wimpfel erneuert. Julia und Tobias entdeckten den Weg mit ihrem Vater.

Cecilia Hess-Lombriser
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Der Weg zur Alp Wimpfel mit ihrer Alpstube dauert rund 45 Minuten, dabei sind knapp 250 Höhenmeter zu bewältigen. Der steilste Teil ist von Ebersol bis Salen, noch bevor der Märliweg beim Salenwald beginnt. Kurz vor der alten, mit den Märchensujets vom Gestiefelten Kater und Aschenputtel bemalten Seilbahngondel trifft das Toggenburger Tagblatt auf die Erstklässlerin Julia und den Fünftklässler Tobias, die mit ihrem Vater den erneuerten Märliweg am Tag der Eröffnung begehen.

Die beiden kennen sich aus. Mama ist Kindergärtnerin und die Oma hat Märchenbücher. Julia und Tobias entnehmen der Gondel einen Zettel, auf dem sie von Märchenstation zu Märchenstation einen Buchstaben eintragen. Sie brauchen nur zu erraten, um welches Märchen es sich jeweils handelt. Am Ziel winkt ein kleines Geschenk. «<Tischlein deck dich> kenne ich nicht», gibt Julia zu, doch Tobias ist ein echter Märchenkenner. Er erzählt von einem Rätsel in der Schule, bei dem es unter anderem um Märchen ging und er zitiert aus «Hänsel und Gretel» den bekannten Satz «Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?». Julia weiss auch etwas: «Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?» Und dann zählt sie auf, womit die böse Königin Schneewittchen vergiften will. Und schon eilt sie zur nächsten Märchenstation. Später erinnern sich die beiden gut an Rumpelstilzchens «Ach, wie gut, dass niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss». Mühelos und freudig gehen sie den Weg bis zur Alp Wimpfel, wo sie Bekannte treffen. Es sind just jene Leute, die letztes Jahr während eines Fondue-Abends in der Alpstube Wimpfel zusammen mit Toni Furrer und Margrith Rothlin angeregt hatten, den Märliweg zu erneuern: Karin Kuster und Franz Hollenstein. Auf der Alp Wimpfel erledigt Marc Hasler die landwirtschaftliche Arbeit und Werner Lüönd kümmert sich am Wochenende um die Alpstube. Bereits vor zehn Jahren, als sie die Alp übernahmen, legten sie einen einfachen Märchenweg an. Später bauten sie aus Käsebrettern Häuschen und stellten Gegenstände aus der Brockenstube hinein, die zu den jeweiligen Märchen passten. An jenem besagten Fondue-Abend monierten die Gäste, die Stationen seien in einem traurigen Zustand. Ein paar Monate später begann Margrith Rothlin, zu zeichnen und mit der Dekupiersäge Figuren auszusägen und sie anzumalen.

Holzhäuschen mit Glasfenstern

Toni Furrer baute allerliebste Holzhäuschen mit Glasfenstern und «Malermeister Max» Benz aus Brunnadern bemalte sie mit fröhlichen Farben. Jedes anders. Das Holz hatte Marc Haslers Vater besorgt und die beiden Alpbewirtschafter transportierten das Material von einem Ort zum anderen und stellten die Häuschen kürzlich auf. Alle Handwerker waren zur Einweihung gekommen. Das gelungene Werk dürfte Familien Freude bereiten. Für Julia und Tobias schaute ein Säckchen mit Süssigkeiten heraus.