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Kickboxerin Julia Igel: «Im Kampf blende ich die Welt aus»

Julia Igel aus Teufen trainiert seit rund fünf Jahren Kickboxen. In dieser Zeit hat sie sich zur mehrfachen Weltmeisterin hochgearbeitet, ohne dass die Öffentlichkeit dies wahrgenommen hat.
Hans Koller
Mit Willen zum Erfolg: Julia Igel aus Teufen hat schon vier Weltmeister-Titel im Kickboxen erreicht. (Bild: PD)

Mit Willen zum Erfolg: Julia Igel aus Teufen hat schon vier Weltmeister-Titel im Kickboxen erreicht. (Bild: PD)

Individualsport entspricht Julia. Da kann sie sich entfalten, ihren eigenen Weg gehen, auch wenn ihr dabei bewusst ist, dass schlussendlich grosse Erfolge nur mit einem starken Umfeld und Team möglich sind. Sport betrieb sie schon immer. Sie begann mit Leichtathletik und suchte mit zwölf Jahren eine neue Herausforderung. Ein Glücksfall meint sie, dass sie in Teufen im Sammelbühl das Power Defense Kickboxing als neue Herausforderung fand. Ein Probetraining und es «packte» sie gleich. Eigentlich wäre das Mindestalter bei 15 gelegen, aber dank ihrer guten Fitness durfte sie früher beginnen.

Stolz zeigt sie den «Pass» von ihrem Verband, dem «World Martial Arts Committee», in dem ihre sportliche Laufbahn eingetragen ist. Gleich mit einem 3. Platz startete sie ihre Wettkampflaufbahn in Bregenz, damals in der Alterskategorie U 16 und sie wusste, wofür die Trainings waren: Sie wollte Erfolge und unvergessliche Momente erleben.

Vier Weltmeistertitel erreicht

Ein schönstes Erlebnis kennt Julia nicht. Sie kommen glücklicherweise regelmässig vor. Inzwischen gehören vier Weltmeistertitel zu ihrem Leistungsausweis. Dies schaffte sie in zwei verschiedenen Ausrichtungen, im «light contact» und im «kick light», bei dem auch Oberschenkelschläge erlaubt sind. Diese Erfolge spornen sie an, höhere Ziele zu erreichen.

In diesem Jahr verzichtet sie auf Wettkämpfe, um für 2019 optimal vorbereitet zu sein. Dann finden in Bregenz die Weltmeisterschaften vom grössten Verband statt und sie kann erstmals in der Erwachsenenkategorie starten. Bescheiden wie Julia ist, antwortet sie nur zögernd nach ihren Zielen. «Ja es könnte sein, dass ich auch bei den Erwachsenen aufs Podest steigen darf.» In ihrem beruflichen Zwischenjahr unternimmt Julia viel, um im Kickboxen weiter zu kommen. Erst machte sie einen Abstecher ins Boxen, sah aber schnell, dass beide Sportarten zusammen nicht vereinbar sind und die Begeisterung fürs Kickboxen grösser ist. Aktuell geht sie vier Wochen nach Thailand, um neue Inputs zu erhalten. Sie weiss, im Ursprungsland des Kickboxens wird noch härter trainiert. Genau das fasziniert. Sie will über ihre Grenzen gehen, die grössere Härte spüren, erfahren, wenn mit Ellbogen und Knie härter geschlagen wird. Dort wo andere zögern, sucht Julia ihre Herausforderungen.

Wenn Julia in den Ring steigt, geht es ihr nie ums «Vernichten» ihrer Gegnerinnen. Sie will ihre Technik umsetzen können, variantenreiche Treffer landen und verschiedene Kombinationen von Schlägen aus dem Training im Wettkampf erfolgreich umsetzen. So baut sie ihre Spannung auf und fokussiert sich völlig auf sich selbst. Hass auf Gegnerinnen kann gar nie Thema sein.

Bis zu sechs Trainings pro Woche

Ihre Erfolge sind kein Zufallsprodukt. Mit einem umfangreichem Training legt sie die Basis. Vier Mal wird wöchentlich «gekickt», zwei Mal geht es in den Kraftraum. Da sind Kniebeugen und Bankdrücken Basisübungen, auf denen die Schnelligkeit der Schläge aufgebaut wird. Weiter gehört Ausdauer zu den Grundlagen, was auch wöchentlich trainiert werden muss. Zwei Monate vor einem Wettkampf folgt die Intensivphase, in der alles abverlangt wird, um im Ring bestehen zu können. Und wenn dann der Medicalcheck bestanden ist, dann gilt der Fokus nur noch dem Wettkampf.

«Blaue Flecken gibt es nicht»

Die Verletzungsgefahr in ihrer Sportart ist klein. Zum persönlichen Schutz trägt sie Zahnschutz, Handschuhe, Brustschutz und Schienbeinschoner. Ja, die blauen Flecken gibt es schon, gesteht sie, aber die müsse sie ausblenden, um sich vollständig auf ihren Kampf konzentrieren zu können. Zudem sind Knochen mit der Zeit abgehärtet und Prellungen werden kaum mehr wahrgenommen.

«Ja, träumen darf man», meint sie. «Wäre schön, wenn wir diese Wertschätzung erhalten würden. Vielleicht klappt es ja irgendwann, olympisch zu werden.» In nächster Zukunft wird sie ihren Aufwand auf jeden Fall noch steigern, weiss aber, dass damit nie Geld zu verdienen ist, freut sich aber, wenn Eltern und Freunde hinter ihr stehen, ihre Erfolge anerkennen. Sie rät auch anderen, diesen Sport zu ergreifen. Stärke und Willen zu beweisen, gilt es nicht nur im Sport. Kickboxen ist eine Lebensschule.

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