Jugendraum: Eine Epoche geht zu Ende

EBNAT-KAPPEL. Heute Freitag geht an der Schafbüchelstrasse 2 eine Epoche zu Ende. Der Jugendtreff öffnet ein letztes Mal seine Türen.

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Der Jugendraum schliesst. (Bild: pd)

Der Jugendraum schliesst. (Bild: pd)

EBNAT-KAPPEL. Heute Freitag geht an der Schafbüchelstrasse 2 eine Epoche zu Ende. Der Jugendtreff öffnet ein letztes Mal seine Türen. 20 Jahre lang war der Jugendtreff hier angesiedelt, eine erstaunlich stabile Karriere für das in die Jahre gekommene Gebäude mit seiner stetig wechselnden, bewegten und bewegenden Kundschaft.

Möglichkeit zum Rückzug

Inmitten vieler Gebäude auf dem Ebnet fällt das kleine Jugendtreffhaus mit seiner verwitterten Fassade je nach Perspektive auf oder ab. Dennoch kam rund zwei Jahrzehnte lang regelmässig viel Leben in die Bude, wenn sich bis zu 80 Jugendliche im und um das Haus einfanden. Alle 80 hätten niemals gleichzeitig Platz gefunden in dem einen Geschoss, das der Jugendarbeit zur Verfügung stand, aber hier machten sich einige wesentlichen Vorteile dieses Standortes bemerkbar: Rundherum das Schulhausareal mit viel Umschwung, der den Jugendlichen vertraut war und Rückzugsmöglichkeiten bot; nur wenige direkt benachbarte private Haushalte, die dem wöchentlichen jugendlichen Energieschub mitunter äusserst tolerant begegneten; gleichzeitig die sehr zentrale Lage, die den Besuch für die Jugendlichen an ansonsten ereignisöden Wochenendabenden zusätzlich niederschwellig machte.

Sofas wurden Zeugen

Die Politische Gemeinde als Vermieterin taxierte das Haus schon früh als Abbruchobjekt, entsprechend viel konnte in den drei Räumen von den Jugendlichen kreativ gestaltet, bekritzelt, (ab-)genutzt werden. Wohl über ein Dutzend grosszügig verschenkte Occasion-Sofas bekamen einen interessanten Wirkungsort: Sie wurden Zeugen so mancher heissblütiger Diskussion, epischer Lachanfälle, mehr oder minder (un-)verschämter Flirts und nur geflüstert einander anvertrauter Sorgen, Geheimnisse und Gerüchte.

Funktionierendes Angebot

Rückenwind gab es von Beginn weg von der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde, aus deren Jugendlager heraus sich in den frühen Neunzigern das Bedürfnis entwickelt hatte, auch in den 51 lagerfreien Wochen des Jahres miteinander aktiv zu sein. Der Unterstützung der Kirchgemeinde und dem Einsatz von Barbara Fischer-Frey war es zu verdanken, dass sich ein funktionierendes Angebot offener Jugendarbeit für Ebnat-Kappel entwickelte. Bis heute kann der Treff auf die Mitwirkung eines jugendlichen Betriebsteams und eines unter der Führung von Jugendarbeiter Beat Giger ehrenamtlich tätigen Aufsichtsteams von jungen Erwachsenen abstellen. Während mit der Eröffnung eines neuen Jugendraumes in der Gill ein neues Kapitel beginnt, wird es im Haus an der Schafbüchelstrasse sehr still werden. (pd)

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