«Jugendlichen Raum geben»

Stephan Leutwyler ist der neue Sozialdiakon der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Herisau. Die Jugendarbeit und der Religionsunterricht im Ebnet sind seine Hauptaufgaben.

Roman Hertler
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Gut gestartet: Der neue Herisauer Sozialdiakon Stephan Leutwyler. (Bild: rh)

Gut gestartet: Der neue Herisauer Sozialdiakon Stephan Leutwyler. (Bild: rh)

HERISAU. «Ich lebe mich ein», sagt Stephan Leutwyler, der am 1. August sein Büro im Haus Friedeck gegenüber dem Casino Herisau bezogen hat. Ein Praktikum in Wil im Rahmen seines Studiums zum Sozialdiakon brachte ihn vor drei Jahren ein erstes Mal in die Ostschweiz. Dort sammelte er Erfahrungen in der Kirchgemeindearbeit. Nach dem Abschluss des Studiums in diesem Frühjahr steigt der gelernte Telematik-Engineer nun in Herisau erneut ins Arbeitsleben ein.

Jugendlichen Wege aufzeigen

Als Sozialdiakon der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Herisau steht für Leutwyler die Jugendarbeit im Vordergrund. Vier Lektionen pro Woche erteilt er den Herisauer Oberstufenschülern Religionsunterricht. «Die Arbeit ist sehr gut angelaufen», so Leutwyler. «Der Religionsunterricht ist in die Schule integriert. Die Zusammenarbeit funktioniert. Es ist ein gutes Miteinander.»

Dies hat sich Leutwyler auch in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Ziel gesetzt. Leutwyler möchte ihnen «auf einem Anfahrtsweg begegnen». Man müsse herausfinden, was die jungen Leute beschäftigt, sagt er. Im Religionsunterricht hat er bereits einige Interessengebiete eruiert. Freundschaft und Liebe, aber auch Krieg seien Themen, welche die Jugendlichen beschäftigten.

«Für mich ist besonders wichtig, den Glauben als etwas Individuelles zu betrachten», so Leutwyler. «Ich möchte den Jugendlichen nicht meine persönlichen Ideen aufzwingen, sondern vielmehr ihre Interessen wecken und ihnen Raum geben, um sich selbst mit dem persönlichen Glauben auseinandersetzen zu können.» «Den Glauben im Alltag entdecken», lautet seine Devise.

Auf Provokationen der Schüler reagiert Leutwyler gelassen. Für ihn ist klar, dass die jungen Leute versuchen, Grenzen auszuloten, um zu schauen, wie der Lehrer darauf reagiert. «Man muss den Schülern auf Augenhöhe begegnen», sagt er, «und nicht von oben herab. Dann funktioniert es recht gut.» Auch deshalb fragt er zuerst die Schüler, welche Themen sie interessiert, anstatt seine persönlichen Interessen in den Vordergrund des Unterrichts zu stellen.

Gottesdienst und Ferienlager

Der schulische Religionsunterricht wird in Zukunft den kleineren Anteil am Pensum des Sozialdiakons ausmachen. Die Jugendarbeit in der Kirchgemeinde steht ab September im Vordergrund. Konkrete Projekte stehen ausser dem Jugendgottesdienst «Nexus», den es bereits unter Vorgänger Markus Lieberherr gab, noch keine. Auch hierbei will Leutwyler zunächst herausfinden, wo überhaupt die Bedürfnisse der Jugendlichen liegen. Vorstellbar wären beispielsweise Ferienlager im Winter oder im Sommer. Leutwyler freut sich auf die kommende Zeit, in der er und seine Frau sich gemeinsam am neuen Wohn- und Arbeitsort einleben und einarbeiten können.

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